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Vergleichende Statistik der Eisen-Industrie aller Länder und Erörterung ihrer ökonomischen Lage im Zollverein / von Wilhelm Oechelhäuser
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das schottische bei roher Steinkohle erblasene Eisen, wird nochsehr wenig im Zollverein erzeugt. Nun ist es einerseits klar, daßwie in allen Waarenkategorien, so auch hier das billige Fabrikatdem theueren in Preis und Absatz Eintrag thut, selbst wenn derQualitätsabstand weit größer ist als die Werthdifferenz. Indemsich also das billige, wenn auch schlechte ausländische Coakseisenin den Verwendungskreis des inländischen Holzkohleneisens ein-drängte, verringerte sich die Nachfrage nach letzterem, und umAbsatz zu behalten, mußte sein Preis herabgehen. Allein der Ein-wirkung einer solchen Konkurrenz bleibt immer doch in den Be-dürfnissen des Verbrauchs eine bestimmte Grenze gezogen, indemdie Verwendung des schlechten wohlfeilen Eisens an der Stelledes besseren theueren nicht vollkommen willkürlich geschehen kann,und für viele Verbrauchszwecke schon deshalb das letztere genom-men werden muß, weil ein schlechtes Eisen die erforderliche Be-arbeitung nicht aushalten würde. Es ist daher klar, daß eineKonkurrenz in den besseren Qualitäten weit direkter auf Ver-drängung des inländischen Holzkohleneisens und Herabsetzungseiner Preise hinwirken muß, als die Mitbewerbung der schlechterenRoheisensorten. Nun ist zwar das schottische und belgische Fein-metall an Qualität unserem Holzkohleneisen noch keineswegs gleich-zustellen, allein es wird thatsächlich an dessen Stelle verbraucht,ja mitunter vorgezogen, weil es sich sehr gut im Puddelofen ver-arbeitet. Die allmählig stattgefundene bedeutende Verminderungder früheren Preisdifferenz zwischen ausländischem und inländi-schem Roheisen kommt hauptsächlich auf Rechnung des Feinmetalls.Noch vor 10 Jahren wurde das beste Holzkohleneisen auf unsrenPuddlingwerken bis zu K Thlr. höher als belgisches oder schotti-sches CoakSroheisen, und 3 Thlr. hoher als Feinmetall bezahlt,während gegenwärtig jener Unterschied um fast die Hälfte her-untergegangen und dieser beinahe ganz verschwunden ist; ja dasHolzkohleneisen hat mitunter in den letzten Jahren um nur Ab-satz zu finden zu noch billigeren Preisen als ausländisches Fein-metall weggegeben werden müssen. Welchen Antheil man auchan der Verminderung der Werthdifferenz zwischen den guten undschlechten Sorten der Krisis der letzten Jahre zuschreiben will,immer muß die Hauptursache in der Mitbewerbung des Feinme-talls gesucht werden, welches durchschnittlich nur um 2? bis 3 Thlr.