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Vergleichende Statistik der Eisen-Industrie aller Länder und Erörterung ihrer ökonomischen Lage im Zollverein / von Wilhelm Oechelhäuser
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höher steht als die entsprechende Sorte ausländischen Roheisens.Die Quantitäten, welche davon eingehen, sind sehr bedeutend;sie betragen mindestens 15 Prozent von den Einfuhren über denRhein und die belgische Grenze, also etwa 150,Ol)v Centner jähr-lich. Der Verbrauch geschieht fast ausschließlich auf den Pudd-lingwerken von Rheinland und Westphalen; was davon in dieöstlichen Theile des Zollvereins eingeht, ist unbedeutend. Dergrößte Theil des Feinmetalls kommt bis jetzt aus Belgien , alsoseither zum Zoll von 5 Sgr., uud von jetzt an zu 7^ Sgr. proCentncr. Die nachtheiligcn Wirkungen des Zollsatzes von 5 Sgr.mußten sich zwar auch dann geltend machen, wenn das Feinme-tall ausgeschieden und höher besteuert worden wäre, allein sicher-lich in geringcrem Grade,

Eine höhere Besteuerung des Feinmetalls erscheint daherprinzipiell gerechtfertigt und geboten.

Allein wir dürfen dabei nicht verkennen, daß sich, vom Stand-punkt der Zollabfertigung aus, Bedenken gegen eine solche Tren-nung zwischen Feinmetall und Roheisen geltend machen, die inder That nicht leicht zu entkräften sind. Bis jetzt werden beidein Formen eingeführt, die sich wohl äußerlich erkennen und unter-scheiden lassen. Allein eine Differenz in den Zollsätzen würdedie ausländischen Produzenten sofort veranlassen, das Feinmetallin solche Formen zu gießen, daß es sich äußerlich nicht mehr mitSicherheit vom Roheisen unterscheiden ließe. Sobald man dieseMöglichkeit zugiebt, muß eine Trennung für die praktische Zoll-abfertigung als äußerst schwierig erscheinen. Allerdings bieteteine frische Bruchfläche ziemlich sichere Kriterien der Unterscheidungdar, nämlich den feinkörnigen, weißglänzenden, strahligen Bruch,und die Poren und Blasen unter der Oberfläche. Aber es würdebeim bisherigen Abfertigungsmodus des Roheisens schwierig bleiben,bei so groben, in außerordentlich großen Mengen eingehendenGegenständen, die Bruchfläche der einzelnen Stäbe untersuchenzu wollen. Nicht leichter, nur noch schwieriger würde die Auf-gabe, wollte man wie dieß der Antrag der meisten rheinischen,westfälischen und süddeutschen Hüttenbesitzer gewesen ist außerdem Feinmetall auch alles weiße und halbirte, somit alles zumBerfrischen bestimmte Roheisen, ausscheiden und höher besteuern.Denn der Uebcrgang von grauem auf halbirtes und weißes Roh-