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man bisher kennt, zur Darstellung des feinsten Gußstahls eignet.Auf diese Eigenschaft und den hohen Preis, welchen sie demFabrikate sichert, gründet sich die ganze Bedeutung der schwedi-schen Eisenindustrie; die gewöhnlicheren Sorten und insbesonderedas im Süden und Westen aus Rasenerzen dargestellte Eisenwerden meistens im Innern verbraucht. Nur ist allerdings beimfeinen schwedischen Eisen außer der Verwendung zu Stahl auchdie für Anker, Schiffsketten und Kratzendraht noch besonders her-vorzuheben.
Das schwedische Eisen wird sowohl bei Holzkohlen erblasenals gefrischt (es sind nur einige wenige Puddlingöfen vorhanden),eine Darstellungsmethode, die nicht verlassen werden darf, ohneder Qualität und damit dem Preise des zum Gußstahl zu ver-wendenden Eisens in höherem Grade zu schaden, als der ökono-mische Gewinn eines Uebergangs auf andere Methoden ausmachenkönnte. Die Erze werden zum Theil sehr weit nach dem Nor-den, wo der größte Holzüberfluß ist, verfahren, um dort verhüttetzu werden.
Den ausschließlichen Bezug der feinsten Sorten des Dan-nemora-Eisens haben sich englische Häuser gesichert; hierin liegteine der Hauptursachen ihrer Ueberlegenheit in der Fabrikationder feinsten Gußstahlsorten. Uebrigens wird auch in Schweden selbst eine nicht unbedeutende Quantität Gußstahl erzeugt; dem-nächst Schmelzstahl aus geeigneten Roheisensorten.
Auch zu Gußwaaren, wobei es auf besondere Dichtigkeit undFestigkeit ankommt, ist das schwedische Eisen unübertroffen; sobeziehen insbesondere viele Staaten Europas , z. B. auch Preußen,ihren Bedarf an eisernen Feftungs- und Schiffskanonen undMörsern aus Schweden .
Die vom Staate erhobenen Abgaben sind sehr bedeutend,nämlich gegen 1^ Prozent vom Roheisen und 1 Prozent vomStabeisen, welche in natura geleistet werden. Außerdem lastengewerbliche Hemmungen der verschiedensten Art auf der schwedi-schen Eisenindustrie.
Bedeutenden Einfluß auf das Bestehen und die Entwicklungdes dortigen Eisengewerbes hat die schon vor mehr als 100Jahren gegründete Vereinigung der Eiscnhüttenbesitzer, das Stock-holmer Eisenkomvtoir, gehabt, theils indem sie zu Fortschritten