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Vergleichende Statistik der Eisen-Industrie aller Länder und Erörterung ihrer ökonomischen Lage im Zollverein / von Wilhelm Oechelhäuser
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gung der Existenz oder Entwicklung unsrer Eisenindustrie eineweit stärkere Gefährdung ihrer Interessen erblicken, als in derwinzigen und vorübergehenden Besteuerung durch die bestehendenZölle.

Stärker noch als der Verbrauch der Landwirthschaft ist inPreußen , wenigstens in den letzten Jahren, der Bedarf für Eisen-bahnbauten gewesen. Hier ist auch das Opfer verhältniß-mäßig größer, weil meistens ordinäre Eisensorten zur Verwen-dung kommen, die verhältnißmäßig stärker durch den Zoll ver-teuert sind, als die besseren.

Nach den von Herrn v. Reden mitgetheilten und auf an-deren Wegen gesammelten genauen Nachrichten über die Preiseder Schienen der bis Ende 1846 im Zollverein erbauten Eisenbah-nen ergiebt sich, daß die von England gelieferten, aus die Bahn ge-legt, aber ohne Zoll, im Durchschnitt Thlr . 3. 10 Sgr. (die theuersteLieferung Thlr . 5. 14 Sgr., die billigste Thlr. 2, 15 Sgr.) proCentner gekostet haben und die belgischen Schienen Thlr . 3. 25 Sgr.Die im Zollverein selbst sabrizirten Schienen haben dagegen aufdie Bahn gelegt im Durchschnitt Thlr . 4. 15 Sgr. gekostet(1851 nur noch Thlr. 3. 10 Sgr. loeo Werk). Als Durchschnittder Vertheuerung kann man, da von Belgien verhältnißmäßigwenig bezogen ward, 1 Thlr . pro Centner annehmen. Von die-ser Summe ist indeß das Aequivalent der besseren Qualität ab-zuziehen. Denn wenn auch verhältnißmäßig wenige Schienengänzlich aus inländischem Holzkohleneisen bestehen, so enthaltendoch sast alle Kontrakte mit inländischen Werken die Bedingung,daß die obere Lage, theilweise auch die untere, aus dem bestenHolzkohleneisen bestehen muß. Hierzu ist aber, wenn die Bedin-gung wirklich erfüllt wird, kein ausländisches Walzwerk ohne eineErhöhung der gewöhnlichen Schienenpreise von mindestens 10Sgr. im Stande. Weiterhin beruht ein Theil der Vertheuerungin dem Zoll, welcher von dem verwendeten ausländischen Rohei-sen in die Staatskasse gezahlt worden ist und den man für denCentner Schienen auf mindestens 7^- Sgr. veranschlagen kann,da sie durchschnittlich etwa zu ^ aus belgischem und britischemRoheisen hergestellt sind. Die wirkliche Vertheuerung der Schie-nen, zu Gunsten der inländischen Eisenindustrie, reduzirt sich so-mit auf höchstens 12^ Sgr. pro Centner. Daö gleiche Verhält-