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Vergleichende Statistik der Eisen-Industrie aller Länder und Erörterung ihrer ökonomischen Lage im Zollverein / von Wilhelm Oechelhäuser
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tenwerk des Zollvereins, billiger und schwerlich bezieht dabei einsseine sämmtlichen Erze aus einer größeren Entfernung, nämlichmehr als 30 Meilen weit aus dem Nassauischen.

Es ist also nicht die geographische Entfernung zwischen Erz-und Kohlenlagern an und für sich, welche hier entscheidet, wohlaber die Höhe der Frachten. Ein Eisendistrikt, wo die Frachtender Rohstoffe 15 Sgr. auf den Centner Roheisen ausmachen,mag ohne den Schutzzoll nicht bestehen können, während eineReduzirung auf 5 Sgr. ihm die Konkurrenzfähigkeit wieder giebt.

Aus den in Z, 46. gemachten Mittheilungen über die Selbst-kosten des Roheisens geht bereits zur Genüge hervor, mit welchenFrachtbeträgen die verhütteten Erze und Kohlen belastet sind.In Schlesien nahmen wir als Durchschnitt 7 Sgr, Frachtkostenfür Erze auf den Centner Roheisen an, welcher Betrag für vieleWerke bis zu 15 Sgr. steigt. In dem Betrage für Brennma-terial ist weiterhin bei Coaks ein Frachtbetrag von ^- bis 6 Sgr.,und bei Holzkohlen von 4 bis 9 Sgr. enthalten. Von denFrachten der Zuschläge wollen wir dabei ganz abstrahiren. Inden Selbstkosten von 1 Centner Coaksroheisen machen daherdie Frachten des Rohmaterials mindestens 10 Sgr., beim Holzkoh-leneisen 13^- Sgr. aus, was gegen 25 Prozent des Roheisenwer-thes beträgt; bei einem großen Theil der Werke steigt dieses Ver-hältniß bis zu 33^- Prozent.

Im rheinischen Hauptbergdistrikt kann nach oberbergamtlicherSchätzung die Erzfracht pro Centner Roheisen im Minimum aufL Sgr. angenommen werden; sie steigt aber in einzelnen Di-strikten bis auf's Doppelte. In den Holzkohlen ist ein Fracht-betrag von 3 bis 12 Sgr. und noch mehr enthalten, so daßman auch hier mindestens 25 Prozent der Selbstkosten des Roh-eisens auf Erz- und Kohlensrachten rechnen muß.

In Mittel- und Süddeutschland wird dies Verhältniß ge-wöhnlich noch überstiegen; wir sehen z. B. die nassauischen Eisen-steine nach einzelnen Punkten von Rheinbaiern, Baden, Hessen u. s. w. auf Entfernungen bis zu 20, 30 Meilen verführen,wo der Betrag der Wasser- und Landfrachten auf den CentnerErz bis zu 7^- Sgr. ausmacht, im Centner Roheisen demnach,wenn man sie ausschließlich verhütten wollte, etwa 17^ Sgr.ausmachen würde.

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