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liegt sowohl im Interesse der bisherigen Holzkohlenhütten, denensie den Zusatz von Coaks und die Anwendung der Steinkohlenzum Frischereibetrieb nebst billigerer Abfuhr ihrer Fabrikate er-möglichen, als auch im Interesse der Coakseisenindustrie imZwickauer Kohlenrevier, die sich sehr bald an diesem für denAbsatz nach Süddeutschland so günstig gelegenen Punkte, in groß-artigsten Maaßstabe entwickeln würde.
Eine dritte Eisenbahn von höchster Wichtigkeit wäre die Ver-bindung des Ruhrkohlendistriktes mit den Eisenrevie-ren des Siegenschen und der Kreise Olpe , Altenkirchen,sowie des nördlichen Theils von Nassau und Oberhessen. DieVerwerthung der außerordentlichen Schätze jener Gegend an vor-züglichen und reichhaltigen Eisensteinen, war bisher durch daszu Gebot stehende Holzkohlenquantum beschränkt, und die Ent-fernung von 14 Meilen vom Steinkohlenrevier, hinderte den Ueber-gang zum Coakshüttenbetrieb. Die einzige Hütte, welche dieß ver-suchte, stellte nach einer kurzen Campagne den Betrieb wiederein, wiewohl sich äußerst günstige Resultate in Bezug auf ge-ringen Kohlenverbrauch ergeben hatten. Nur bei hohen Holz-kohlenpreisen und ungewöhnlich niedrigen Steinkohlenfrachten,ließe sich bis jetzt im Siegenschen ausnahmsweise bei Coaks sobillig als bei Holzkohlen Hütten. Bei einer Eisenbahn würdesich dagegen das Verhältniß ganz anders gestalten. 1^ CentnerCoaks auf den Centner Roheisen, tragen bis jetzt an Fracht etwa15 Sgr., auf der Eisenbahn dagegen, zu 2 Pf. pro Centner undMeile, würde sie von 1^ Centner nur 3^ Sgr. ausmachen. DieDifferenz in den Produktionskosten betrüge also, von jeder wohl-feileren Anfuhr der Erze und Zuschläge, von den durch den ver-größerten Betrieb verminderten Verwaltungskosten und Zinsbe-lastungen u. s. w. ganz abgesehen, blos in den wohlfeileren Koh-len gegen 11^ Sgr., also weit mehr als der Roheisenzoll beträgt.*).'m,l,?smtT , nzMtMgoF, mHtzittk-Haig , u?Asi(ttz yKöniglich Sächsischen Obcrberghauvtmanns F. C. Freiherrn von Beust:„Die Eisenbahnverbindung zwischen Zwickan und dem Obererzgebirge, alsMittel gegen den Verfall der dasigen.Eisenindustrie. Freiberg 1852."
") In dem mehrfach citirten Werk von Börner und Klein, Abth, II.S, KS. u. ff., würde nach Erbauung der in Nede stehenden Bahn das sie-gensche Roheisen nach den Puddlingwerken des Bergischen nnd Märkischen zuThlr. 13. 13 Sgr. pro 1000 Pfd. geliefert werden können.