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Vergleichende Statistik der Eisen-Industrie aller Länder und Erörterung ihrer ökonomischen Lage im Zollverein / von Wilhelm Oechelhäuser
Entstehung
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Die Bahn würde in gleichem Maaße für den Transport derreicheren Erze nach, dem Steinkohlenrevier dienen. Das Gewichtder Erze znm 2^- fachen des daraus erzielten Roheisens veran-schlagt, so gleicht sich die Fracht davon vollkommen gegen dieFracht vom 1^ fachen Gewichte des Coaks, zuzüglich des einfachenGewichtes des Roheisens aus, wenn man annimmt, daß letzteresam vortheilhaftesten im Steinkohlendistrikt selbst weiter verarbeitetwerde.

Außerdem würde die Eisenbahn hier wie in allen ähnlichenFällen die Anwendung der Dampfkraft bei der Förde-rung und Wasserhaltung der Gruben möglich machen,während bis jetzt die hohen Kohlenpreise davon abhielten. JederTiefbau war sonach undurchführbar; die reichsten Erzlagerstättenmußten unter der Stollensohle, verlassen werden, während auchder Abbau der höher gelegenen durch die kostspieligen Grundstollenvertheuert ward. Eine bedeutend billigere Förderung der Erze undeine stärkere Concentrirung des Grubenbetriebs auf die hauptsäch-lichsten Gänge oder Lagerstätten der Erze, wird die Folge einersolchen Anwendung der Dampfmaschienen sein.

Die Sieg-Ruhr-Bahn ist seit fast zwei Decennien von denBetheiligten wie von der Preußischen Regierung als ein unum-gänzliches Erforderniß anerkannt worden, die Erwerbsfähigkeitder betreffenden Gegenden aufrecht zu erhalten. Sie ward bereitsvor längeren Jahren auf Staatskosten vermessen, und eben jetzt(Ansang 1852) findet die definitive Festlegung der zweckmäßigstenLinie und die genaue Veranschlagung statt. Dagegen sind dieKosten der Unternehmung zu bedeutend, als daß es den Bethei-ligten oder den beim Anschluß interessirten Eisenbahngesellschaftenmöglich wäre, ohne Beihülfe des Staates das Werk durchzufüh-ren, auf welche Hülfe jene Gegenden mit Sehnsucht warten.Die Bahn würde von Hagen (Station der Bergisch-MärkischenBahn und Anfangspunkt des Nuhrkohlendistriktes) nach Siegenführen, von wo eine Fortsetzung durch das nassauische Dillthalprojektirt ist, dem sie bis nach Wetzlar ins Lahnthal folgen unddann bei Gießen in die Main-Weser-Bahn einmünden würde.Die Verbindung mit Oberhesfen dürfte entweder durch eine Zweig-bahn oder durch Ausführung der von Marburg nach Deutz (Cöln )projektirten Linie zu bewerkstelligen fein.