— 340 —
gendsten Bedarfes ist, und die überdies mit einer intensiverenKonkurrenz des Auslands zu kämpfen hat, als irgend ein anderesinländisches Gewerbe. Den Rechtstitel des Staates auf Erhebungsolcher Abgaben wollen wir nicht bestreiten; allein kann mandessen Aufrechterhaltung wollen, wenn er in solcher Weise dieEntwicklung der wirthschaftlichen Kräfte beeinträchtigt und durchdie Schwächung der allgemeinen Steuerkraft selbst der Staats-kasse indirekt mehr schadet, als direkt nützt?
Nur einen Titel giebt es, unter dem sich eine Besteuerungder Bergwerksprodukte rechtfertigen läßt. Es ist dies die Ent-schädigung für die aus der Ausübung der Bergwerkspolizeientstehenden Kosten. Nicht blos die Besteuerung selbst, sondernauch das Aufsichtsrecht und die weitere Einmischung der Behör-den in den privativcn Bergwerksbetrieb reduzire man bis aus je-nes Maaß, dann hat man unserem Bergwesen und insbesondereunserer Eisenindustrie den größten Dienst geleistet, und ihre Be-deutung als Quelle zur Vermehrung des Volksreichthums inungleich höherem Grade gesteigert, als das bisherige reine Ein-kommen auö der Bergwerksbesteuerung für die Staatsfinanzen vonBedeutung war.
Das Anstößige und Schädliche der Bergwerksbesteuerungliegt erstens in der großen Ungleichheit der Belastung, dievon völliger Befreiung bis zu einer Besteuerung von vielleicht20 Prozent des Werths der Rohstoffe ansteigt, und zweitens inder durchnitllichen Höhe dieser Abgabe. Wir geben im Folgen-den eine kurze Darstellung der Besteuerungspraris im Zollverein.Die Angaben sind, soweit sie Preußen betreffen, dem schon mehr-erwähnten vortrefflichen Werke des Geh. Bergrathes v. Carnall")und was die übrigen Vereinsstaaten betrifft, den Angaben derBergwcrksbesitzer oder Behörden entnommen, welche auf die imJahr 1848 ausgeschriebenen Fragen des volkswirthschaftlichen Aus-schusses der frankfurter Nationalversammlung einliefen.
Vor dem neuen preußischen Bergwerksbesteuerungsgesetz vomvorigen Jahre herrschte in der Monarchie die höchste Ungleichheitin der Belastung des Eisensteinbergbaues, gerade weil man im