Druckschrift 
Vergleichende Statistik der Eisen-Industrie aller Länder und Erörterung ihrer ökonomischen Lage im Zollverein / von Wilhelm Oechelhäuser
Entstehung
Seite
341
Einzelbild herunterladen
 

34t

Allgemeinen die Verhältnisse der Eisenindustrie berücksichtigt undzu ihren Gunsten vielfache Ausnahmen von der bestehenden Ge-setzgebung gemacht hatte. In Schlesien fanden gar keine landes-herrlichen Abgaben statt; im Siegenschen waren die Zubußzechenvom Zehnt befreit, während ihn die in Ausbeute befindlichen vollzu tragen hatten; in den westphälischen Bezirken wurde statt desZehnten nur ein geringer jährlicher Canon, und auch in densächsischen Bezirken nirgends der volle Zehnte erhoben; auf derlinken Rheinseite endlich gilt das französische Gesetz von 1810,wonach nur 5 Prozent des Reinertrags (nebst einer festen jähr-lichen Abgabe von Thlrn. 2. 20 Sgr. von 1 Quadrat Kilometerund Grundrechten von 3 bis 3 Pf. pro Hectare) zu entrichtenfind. Die Grenzen dieser Belastung waren also auf der einenSeite die völlige Befreiung, auf der anderen (wo der volle Brutto-Zehnte nebst Quatember -, Fahr- und Receßgeldern u. f. w. ent-richtet werden mußten) gegen 2^ Sgr. vom Centner Roheisen.

Bei dem Coakshüttenbetrieb trat hier nun die Besteuerungdes Steinkohlenbergbaues hinzu. In Schlesien konnte man die-selbe bei einem Kohlenverbrauch von 4 Centnern zu etwa 1^ Sgr.auf den Centner Roheisen, und im Ruhrkohlenrevier bei einemVerbrauch von 2^ Centner ungefähr ebenso hoch annehmen. Ander Saar werden etwa 3 Centner Kohlen auf den Centner Roh-eisen gebraucht; die Belastung läßt sich hier nicht in gleicherWeise abschätzen, da die Kohlengruben, mit Ausnahme einer ein-zigen, landesherrlich sind; allein trotz der Preisermäßigung vonetwa 22 Prozent, welche den zum Verhütten bestimmten Kohlenzu Theil wird, stehen die Mosel - und Saarhütten noch bedeutendnachtheiliger als die in Schlesien oder an der Ruhr. Der Staatverkauft durchschnittlich die Kohlen um den doppelten Betragder Förderkosten; wären die Gruben in Händen verschiedenerPrivaten, so würde deren Konkurrenz den Preis sehr bald umdie Hälfte bis ^ des jetzigen enormen Gewinnes Herabdrücken,was auf den Centner Coaksroheisen mindestens 3 Sgr,, ja nochmehr, austrüge.*) Im Durchschnitt konnte man im Jahr 1847

*) Da die 4851 eingetretenen Ermäßigungen der Bergwerksbestenerungdas hier vorliegende Verhältniß direkt nicht berühren, so ist um so dringen-der zu wünschen, daß die Tarpreise auf den Königl. Gruben baldigst bedeu-