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Vergleichende Statistik der Eisen-Industrie aller Länder und Erörterung ihrer ökonomischen Lage im Zollverein / von Wilhelm Oechelhäuser
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Der Antheil des Zollvereins betrug also nur etwaGesammteinfuhr. Selbst dieser geringe Antheil wäre noch umkleiner geblieben, wenn nicht seit dem Vertrag vom 16. Oktober1845 unsere Gußwaaren bereits zu dem erniedrigten Satz von7^- Sgr., statt 20 Sgr., eingingen. Hätten übrigens die Be-günstigungen schwedischen Schmiedeeisens und des Nageleisens beider Einfuhr in den nordwestlichen Theil des Steuervereins nichtstattgefunden, so würde unsere Ausfuhr bedeutender gewesen sein,da in Hannover die Preisunterschiede der besseren Eisensortenunter gleichen Verhältnissen nur wenig oder gar nicht zu un-serem Nachtheil stehen.

Es ist zu erwarten, daß nach erfolgter Zolleinigung derSteuerverein S seines Bedarfs, oder etwa 310,000 Centner Eisenund Eisenwaaren aus dem Zollverein beziehen wird, also bedeu-tend mehr, als wir bis dahin überhaupt nach dem gesammtenAusland erportirten. Die außerordentliche Wichtigkeit dieses An-schlusses leuchtet hiernach ein. Auch wird voraussichtlich eine soausgedehnte Erweiterung des Absatzes nicht blos auf die Werke,denen die Versorgung des Steuervereins unmittelbar anheimfällt(namentlich die Werke an der Ruhr), sondern indirekt auch aufdie gesammte Lage der diesseitigen Eisenindustrie den günstigstenEinfluß üben.

Was nun die hannöversche Eisenindustrie selbst anbetrifft, sobringt auch ihr diese Umgestaltung der Verhältnisse nur Vor-theile. Denn erstens wird die gefährliche Konkurrenz Englands instärkerem Maaße beseitigt, als die sreie Konkurrenz des Zollver-eins, dessen Eisenindustrie im Wesentlichen gleiche Verhältnissehat, nachtheilig einwirken könnte, wie denn überhaupt die hannö-verschen Hütten am Harz durchschnittlich billiger produziren alsdie braunschweigischen und preußischen. Zweitens aber eröffnetsich ihnen ein weit vortheilhafteres, nach allen Seiten offenes Ab-satzgebiet, während sie bisher theils vom Zollverein enklavirt, theilshart an der Grenze belegen, in ihrem Absatz, sowie in dem Ver-kehr der Eisenwerke unter einander aufs allerempfinrlichfte be-schränkt waren. In diesem Umstand allein ist ein ganz neuesEntwicklungsmoment für die hannöversche Eisenindustrie gegeben.

Vom Standpunkte der Cvmsumtion aus hätte eine Erhöhung

der Eisenzölle unter Beibehaltung des bisherigen Umfangs des

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