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Das Freihandelsargument / von Lujo Brentano
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Bauern mit Hilfe eines Knechtes und einer Dreschmaschinehergestellt. Der Knecht erhielt 100 an Lohn. Nun heißtes, es sei von Wichtigkeit, die Zahl der in der Landwirt-schaft Tätigen zu mehren. Dem entsprechend ergeht einverbot, fernerhin Dreschmaschinen zu gebrauchen. Umdie von Ihnen benötigten 150 Kilogramm Brotgetreidezu schaffen, muß nun der Bauer zwei Knechte einstellen,einen jeden zu einem Lohn von 100. Infolgedessensteigt der preis, den Sie für Brotgetreide aufwendenmüssen, aus Z00, und dies im Interesse der landwirt-schaftlichen Beschäftigung.

Ihre erste Antwort würde sein, daß, wenn die land-wirtschaftliche Beschäftigung auf diese Weise 100 gewinne,es unbestreitbar sei, daß Sie 100 dabei verlören, unddaß Sie außerstande seien, darin einen nationalen Ge-winn zu erblicken.

Kber selbst angenommen, Sie, der Konsument, derSie die 100 verlieren, damit mehr Personen in derLandwirtschaft Beschäftigung finden, seien ein ganz ver-ächtlicher Mensch, ein Kusgestoßener der Gesellschaft,aus den niemand Rücksicht zu nehmen braucht, so be-steht in dem Verluste des Konsumenten nicht die ein-zige Wirkung.

Sie hatten bisher 200 auf andere Güter, wir sagten60 Ellen Tuch, verausgabt' davon wurden Z0 Ellenvon dem Tuchmacher mit Hilfe des nunmehr in die Land-wirtschaft gezogenen Knechtes und des zu seiner Ent-lohnung nötigen Kapitals hergestellt. Da Sie für Brot-getreide nunmehr 100 mehr verausgaben müssen, könnenSie nur mehr 30 Ellen Tuch kaufen. Der Tuchmacherverliert also Ihre Nachfrage im Betrag von 100. Nun

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