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Das Freihandelsargument / von Lujo Brentano
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wären Sie aber einer von denen, welchen die Nachfrageim Wert der bisherigen russischen Koggeneinfuhr, d. h.im Betrag von 6070 Mill. Mk. jährlich, entzogenworden wäre, so würden Sie der Meinung sein, frühersei's besser gewesen. Kber gleichviel, welcher Leite Sieangehörten, so könnten Sie nicht sagen, daß das Ganzeirgend etwas gewonnen habe. Im Gegenteil; wenn Siedas Unbestreitbare nicht sollten bestreiten wollen, müßtenSie sogar zugeben, daß als Folge des der nationalenKoggenproduktion gewährten Schutzes der Ueberschußder nationalen Produktion über deren Produktionskostenabgenommen habe. Denn der Bruttoertrag der Produk-tion wäre derselbe geblieben,' anders deren Produktions-kosten- an Stelle der Produkte, zu deren Herstellungdie nationale Arbeit und das nationale Kapital bisherverwendet wurden, weil sie dabei die größten Ueber-schüsse abwarfen, ist der -5lnbau auch der unfrucht-barsten Böden zur Deckung des heimischen Noggen-bedarfs getreten,' der Gesamtbetrag der aufgewendetenProduktionskosten ist also gestiegen, und damit ist derUeberschuß des gleichgebliebenen Bruttoertrages überdie aufgewendeten Kosten selbstverständlich kleiner ge-worden. Das Ergebnis dieser Krt von Schutz der natio-nalen Produktion wäre also eine Abnahme des Ge-winns, den sie abwirft, und dementsprechend eine ge-ringere Zunahme des Nationalreichtums, als sonsteintreten würde. Und zu dieser Einbuße, welche derProduzent der bisher ausgeführten Ware und die Zu-nahme des Nationalreichtums erleiden würden, kämenoch der dem Konsumenten zugefügte Verlust. In demeinen Fall erhält eine Familie, die aus fünf Köpfenbesteht, für 8Z,54 Mk. jährlich einmal für 6Z,S4 Mk.