wertes, Kapitalzins, Arbeitslohn, Steuern. Wie verhaltensich diese Kosten in Deutschland zu denen in seinenKonkurrenzländern? Um mit den Steuern zu beginnen,so haben wir die Landwirtschaft im letzten Dezenniumso sehr entlastet, daß hier kaum noch etwas zu tun übrigbleibt. Niemand kann behaupten, daß eine unverhältnis-mäßig hohe staatliche Besteuerung die Ursache sei, warumdie deutschen Getreidebauern nicht aus ihre Rostenkommen. Was den Arbeitslohn angeht, so ist er beiunsern russischen Konkurrenten nominell allerdings nie-driger als bei uns,- allein die Leistung des russischenArbeiters ist so viel geringer als die des deutschen, daßder preis der Arbeitsleistung hier und dort kaum ver-schieden sein dürste,' dabei schreibt mir ein russischerGutsbesitzer, daß die russischen Landwirte gleich dendeutschen infolge der Wanderung vom Land nach denStädten an Mangel an Arbeitskräften leiden. In denmeisten Getreide exportierenden Staaten Nordamerikas herrscht die gleiche Klage- dabei bezifferte sich der Tage-lohn ländlicher Arbeiter, die sich selbst beköstigen, dortim Iahre 1892 auf 4 bis 7 Mark, der Tagelohn derArbeiter, die vom Arbeitgeber beköstigt wurden, auf3 bis 5 Mark 60 Pf. In unseren Arbeitsverhältnissenkann der Vorsprung Rußlands und Amerikas also auchnicht wurzeln. Ebensowenig wurzelt er in dem Zinsfuß.Die staatlichen Adelsbanken in Rußland erheben 4 Pro-zent Zinsen und Prozent Amortisation und der russischeBauer muß mindestens 11 bis 12 Prozent, sehr oft mehrZins zahlen- in den Getreide exportierenden StaatenNordamerikas betrug der niedrigste Zinsfuß in dem Zeit-raum 1880/89: 6,7 Prozent und stieg in einigen Staatenaus 9,95 und 10,46 Prozent. Das Kapital stellt sich also
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