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munikation hart an der Landesgrenze gelegene Gut T. zuhalten, er durch den Kauf von Z., welches in vorzüglichen,gleichartigen Bodenverhältnissen sich befindet, und aufserdemhart an einer grofsen Eisenbahnlinie liegt — seine Existenzerst fest begründet hat.“
Allein das war nicht die einzige Wirkung des Ansied-lungsgesetzes. Die Gewaltsamkeit, mit der die Verwaltungs-periode des Fürsten Bismarck dem Polenthum entgegentrat,hatte die entgegengesetzte der beabsichtigten Wirkung; sierief das Kationalgefühl der polnischen Bevölkerung wach.Und wie die Mafsnahmen, um ihr die deutsche Sprache auf-zudrängen, die Deutschen aber abzuhalten, polnisch zu lernen,nur die Wirkung hatte, die Polen zweisprachig und sie damitden Deutschen wirthschaftlich überlegen zu machen, so riefdas Vorgehen der Ansiedlungskommission eine grofse Be-wegung auf Grundlage der Freiwilligkeit hervor, um der be-absichtigten Ausbreitung des deutschen Elementes entgegen-zutreten 24 ). Ein polnischer Gutsbesitzer, dessen Name aufdeutsche Abstammung hinweist, Dr. von Kalkstein, tratsofort mit dem Plane hervor, eine Landerwerbsgenossenschaftzu gründen auf Grundlage solidarischer Haftung. Der Zweckderselben sollte derselbe wie der der Ansiedlungskommissionsein: Der Aufkauf grofser Güter, um sie in Bauerngüter zuzerschlagen; nur dafs es nur polnische statt deutscher Bauernwaren, an welche verkauft werden sollte. Es sind im Ganzen4 solche Landerwerbsgenossenschaften gegründet worden, diebis 1895 eine Fläche von 7177 ha in 322 Bauerngüter zer-schlagen haben. Dabei ist bemerkenswerth, dafs diese Ge-nossenschaften ihre Mitglieder statutenmäfsig ebenso in derHand behalten, wie die Ansiedlungskommissien ihre Mit-glieder, und zwar ebenfalls aus politischen Gründen, nur ausden umgekehrten. Es wurden ihnen von den preufsischen
24 ) Ich verdanke die folgenden Angaben der im Erscheinen begriffenenSchrift von Eduard von Trzcinski , Die Entwicklung des polnischen Ge-nossenschaftswesens in Posen und Westpreufsen.
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