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streng; es trat mehr der sozialpolitische Charakter des Unter-nehmens hervor. Nun gaben auch die Landschaften denLanderwerbsgenossenschaften wieder Kredit. Und nach Erlafsdes Reutengutsgesetzes von 1891 machte man nun auch vonpolnischer Seite Rentengüter mit Hilfe der Rentenbauken, unddie Generalkommission in Bromberg unterstützte sogar diepolonisirenden Bestrebungen, sofern sie nur den sozialpoliti-schen Zielen des Gesetzes entsprachen.
Und welches war der Erfolg der Rentengutsgesetze von1890 und 1891? Bis zum Schlüsse des Jahres 1894 sind inder preufsischen Monarchie 474 Güter mit einem Flächen-inhalt von 112 683 ha zur Rentengutsbildung verwendet worden.Davon wurden 40 208 ha als Rentengüter aufgetheilt, während72 475 ha gröfstentheils als Restgüter im Besitz der Renten-gutsverkäufer verblieben. Aus den 40 208 ha sind 3784 Renten-güter gemacht worden, und zwar 2661 Neuansiedlungen und1123 durch Adjazentenkäufe. Yon diesen fallen
auf das Gebietder Geueralkommission
Neuansiedlungen
Adj azentenkäuf e
Bromberg.
2090
600
373
123
89
264
72
38
31
5
Kassel.
6
93.
Es ist bemerkenswerth, dafs danach im Gebiet der General-kommissionen Düsseldorf und Merseburg die neue Agrar-verfassung noch in keinem einzigen Falle Eingang gefundenhat; ferner, dafs im Gebiet der Generalkommissionen Breslau und Kassel die Mehrzahl der gebildeten Rentengüter dadurchentstanden, dafs landhungrige Bauern durch Vermittlung derRentenbank Land zu ihrem bisherigen Anwesen hinzukauften,worauf sich ihr ganzes Besitzthum in ein Rentengut ver-wandelte.
Nach einer Mittheilung des LandwirthschaftsmiuistersFreiherrn von Hammerstein im preufsischen Abgeordneten-