- 11 —
wirklich zur Production beitrug, seine Arbeitsleistung. Abergerade früher erhielt er nicht immer den vollen Werth seinerArbeitsleistung. Was er erhielt, war durch Herrschafts- undKnechtsverhältnisse rechtlich fixirt und zwar ganz überwiegendzu Gunsten der Herren fixirt. Hier lag dann eine wirklicheAusbeutung vor. Und insbesondere war die ganze Periodedes „unabhängigen Handwerksbetriebs" eine Zeit solcherAusbeutung.
Allein der „unabhängige Handwerker" von Marx istoffenbar ein Webermeister in einer kleinen Landstadt, derohne Gesellen arbeitend, ein kümmerliches Dasein fristet'),nicht aber der behäbige Handwerker an den großen Mittel-punkten des gewerblichen Lebens"). Daher ignorirt Marxauch, daß seit derselben Zeit, da in England und in ver-einzelten deutschen Gewerben, die auch nach dem Umschwungim Welthandel noch exportirten, die Manufactur bereits dasHandwerk zu ersetzen beginnt, seit dem 16. Jahrhundert, invielen deutschen Städten die Befugniß zum unabhängigen Hand-werksbetriebe an den Besitz von Häusern geknüpft wird.Damit ist die Herrschaft des Kapitals über den Productions-proceß bereits zur Zeit des Handwerksbetriebes gegeben.Denn von da ab stehen auch bei handwerksmäßigem Betriebedie Arbeiter unter dem Commando des Arbeitgebers, nichtweil dieser der Leiter des Produetionsprocesses ist, sondernschon der Handwerksmeister ist von da ab industrieller Be-fehlshaber^ weil er Kapitalist ist. Sollte aber Jemand be-haupten, daß auch dieser Beginn der kapitalistischen Produc-tion die Folge einer veränderten technischen Organisationdes Arbeitsprocesses gewesen sei?
Abgesehen von diesen Widersprüchen der socialdemo-