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Das mittelalterliche Handwerk producirte in erster Liniefür den lokalen Markt. Dieser war nach der Natur derdamaligen Verkehrs- und Rechtsverhältnisse geschützt und leichtzu übersehen. Da wo das Gewerbe am blühendsten war,producirte das Handwerk allerdings auch für den Absatznach Außen und gerade dieser war die Grundlage seinerBlüthe. Dieser Absatz beruhte wesentlich auf Privilegien,welche den Bürgern der betreffenden Städte von fremdenFürsten ertheilt waren. Namentlich die englischen Königehatten den deutschen Kaufleuten solche Privilegien ertheilt.Auch hier also ein gesicherter Absatzmarkt, der bei der ge-ringen gewerblichen Fertigkeit der Einheimischen nicht einmalvon deren Concurrenz etwas zu besorgen hatte").
Was war die Folge? Der mittelalterliche Kaufmannkonnte Monopolpreise für seine Waare fordern. War diesegut, so konnte er Preise erzielen, welche seine Beschaffungs-kosten weit überstiegen. Damit konnte er auch dem Hand-werksmeister hohe Preise gewähren, und dieser konnte dem-nach alle Verteuerungen der Production, wie sie die zünf-tige Art des Gewerbbetriebs mit sich brachte, ruhig er-tragen.
Ganz anders, als der moderne Staat aufkam und zurVerwirklichung seiner Zwecke das sog. Mercantilsvstem zurDurchführung brachte.
Erstes Streben war nun, den gesammten heimischenBedarf im Inland zu erzeugen. Daher wurden alle denfremden Händlern ertheilten Privilegien widerrufen. Daszweite Streben ging dahin, möglichst viel Producte selbst andas Ausland abzusetzen. Daher statt des bisherigen durchHerkommen und Privilegien geregelten Verkaufs auf ge-