Schon seit Decennien zeigten sich nach vorausgegangener Ueber-production bei sinkender Nachfrage mehr oder minder Mangel'hafte Kartellversuche, die dann bei steigendem Markte wiederzerfielen. Sie waren die Fallschirme, deren sich die zu hochgeflogene Production bediente, um wieder auf festen Bodenzu gelangen, die Schutzorganisationen, nach denen in Zeiten derKrisen, die noch irgend gesunden Elemente griffen, damitnicht auch sie in den Abgrund gerissen würden.
So lange indeß die aufsteigende Richtung der Productionim Ganzen vorherrschte, haben diese Erscheinungen immernur vorübergehend die Aufmerksamkeit erregt. Erst seit demNiedergang, in dem sich die Volkswirthschaft der civilisirtenLänder seit 15 Jahren befindet, sind die Kartellorganisationenin den Vordergrund getreten, und namentlich in einigen dergrößten Industriezweige des deutschen Reichs haben sie neuer-dings eine technische Vollendung erreicht, die Staunen erweckenmuß. Der Grundgedanke ist der: Den heimischen Industrie-zweigen soll der stetige Betrieb zu Preisen, welche ihr Fort-bestehen ermöglichen, gesichert werden. Durch Verabredungwerden daher die Preise auf den durch die Zölle ermöglichtenBetrag festgesetzt. Um die Herabdrückung der Preise unterdiesen Betrag durch die inländische Concurrenz zu verhüten,wird der Absatz unter die einzelnen Industriebetriebe im Ver-hältniß zu ihrer Leistungsfähigkeit vertheilt. Und um dieDurchführung der Verabredungen zu sichern, haben da, wodie Organisation bisher die größte Vollendung erlangt hat,die einzelnen zum Verbände gehörigen Firmen auf jedesselbständige Verkaufsrecht verzichtend den Verkauf ihres ganzenProducts, sowol den ins Ausland wie den ins Inland, einergemeinsamen Verkaufsstelle übertragen. Die einzelnen Fabriken