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Und ebenso führt er in seiner schon erwähntenTröstung der Reichen aus*):
„Daß von Natur aus zwar jeglicher Besitz, deneiner selbst für sich besitzt, nicht sein Eigentum ist,daß es aber möglich ist, aus diesem Unrecht auchein gerechtes und heilbringendes Werk zu schaffen,nämlich einen von denen zu erquicken, die beim Vatereine ewige Hütte haben.“
Oder hören wir den hl. Cyprian:
„Damals,“ d. h. z. Z. der Apostel, sagt er * 2 ), „warder Reichtum an guten Werken ebenso groß als inLiebe die Eintracht, wie wir in der Apostelgeschichtelesen: „Die Menge der Gläubigen war ein Herz undeine Seele, und es herrschte unter ihnen kein Unter-schied, und sie hielten keines der Güter, die sie be-saßen, für ihr Eigentum, sondern alles war ihnengemein. “ Das . heißt, durch geistige Geburt wahrhaftGottes Kinder werden; das heißt, nach himmlischemGesetze die Gleichheit Gottes, des Vaters, nachahmen.Denn alles, was Gottes ist, ist uns, die wir es usur-piert haben, zu gemeinsamem Gebrauche gegeben,und niemandem wird der Zutritt zu seinen Wohltatenund Vorteilen verwehrt, auf daß das ganze Menschen-geschlecht der göttlichen Güte und Freigebigkeit ingleichem Maße genieße 3 ). So leuchtet der Tag, strahltdie Sonne, feuchtet der Regen, weht der Wind gleich-mäßig ; die Schlafenden haben einen Schlaf, und ge-meinsan ist der Sterne und des Mondes Glanz. Der
b Quis dives c. 31. Migne, Patr. graeca IX, 638.
2 ) Liber de opere et eleemosynis c. 25. Migne, Patr. lat.IV, 644.
3 ) Quodeunque enim Dei est, in nostra usurpatione communeest, nec quisquam a beneficiis eius et muneribus arcetur, quominusomne bumanum genus bonitate ec largitate divina aequaliterperfruatur.