Die wirtschaftlichen Lehren des christlichen Altertums 91
Besitzer, welcher auf Erden nach diesem Muster derGleichheit seine Einkünfte und Früchte mit der Brüder-gemeinde teilt, indem er bei seinen freiwilligen Spendenallen mitteilt und Gerechtigkeit übt, ahmt Gott denYater nach 1 ).“
Dies ist nicht nur derselbe Gedanke, wie in derpseudoisidorischen Stelle, sondern auch dieselbe Argu-mentation. Hier wie dort wird auf die in der Apostel-geschichte berichteten Vorgänge als auf ein Musterverwiesen; hier wie dort wird auf die Gemeinsamkeitder Naturgaben exemplifiziert; es werden zur Illu-stration sogar dieselben Bilder gebraucht.
Und dasselbe zeigt der andere Satz, den meineRede der Fälschung entnommen hat: „ungerechter-
weise nenne der eine dies, der andere jenes sein eigen,und so ist Zwietracht unter den Menschen entstanden“.Schreibt doch Basilius der Große :
„Wem, sagt er (der Habsüchtige), tue ich Unrecht,wenn ich das Meinige behalte? Sage mir, was istdein? Woher hast du es bekommen und für dasLeben gebraucht ? Wie wenn einer, der im Schauspiel-haus einen Platz eingenommen hat, alle später Ein-tretenden wegdrängt, in der Meinung, daß dasjenige,was allen zum Gebrauche gemeinsam offen steht, ihmbesonders angehöre, so sind auch die Reichen be-schaffen : denn sie nehmen das Gemeinsame im vorausin Besitz und maßen sich, weil sie es früher erhaltenhaben, dasselbe als Eigentum an. Denn wenn er das,was zur Befriedigung der Notdurft gehört, nähme undden Überfluß den Dürftigen überließe, so gäbe eskeinen Reichen und keinen Armen. Kamst du nicht
Quo aequalitatis exemplo qui possessor in terris redditusac fractus suos cum fraternitate partitur, dum largitionibus com-munis ac justus est, Dei Patris imitator est.