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Gudenberg" zum Bürgerrecht gelangte, und daß beide Vornamenin dem alten Mainzischen Geschlechte der Gudenberg (wie früherfast immer, statt Gutenbcrg, geschrieben) eine große Bedeutunghatten, so würde es nur eines Fünkchens von jenem wohl berüch-tigten Patriotismus bedürfen, um vollständig darzuthun, daß derErfinder der Buchdruckerkunst, Johann von Gutenberg, schonbei dem ersten Aufruhr der Zünfte zu Mai uz im Jahre 1411 aus-gewandert, sich zu seinen Geschlechts - Vettern von mütterlicher Seitenach Halle begeben und daselbst, abwechselnd mit Straßburg, seinen Aufenthalt genommen. Daß er dann natürlich in Halle dieKunst ersonnen, und unserer Stadt somit die Ehre der eigentlichenErfindung zuzuerkennen sei, würde sich leicht weiter entwickeln lassen.
Von solchem Beginnen stehen wir aber, wie billig, ab undverweisen lieber auf die Nachrichten, welche Drey Haupt (II. Th.S. 904 fg.) über ein adeliges Geschlecht von Gutenberg giebt,welches in dein kaum zwei Stunden von Halle gelegenen DorfeGuten bcrg seinen Rittersih hatte. Von diesen Gutenbergenerscheint schon im Anfange des 13. Jahrhunderts ein Ludolphde Godcnbcrg oder Gutcnberch, und im Jahre 1376 kommtOtto, der Sohn Hansens von Gutenberg, als der letzte aufjenem ländlichen Sitze vor. Möglich, daß er selbst oder einer seinerNachkommen sich nach Halle gewendet hat, und hier das Geschlechtmit unserem Johan Gudcnberg — denn später findet sich der Namenicht wieder — erloschen ist.