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das Zeichen für diese Unterscheidung fehlte, und ob-gleich Kaiser Claudius nachweislich wenigstens durcheinen der drei von ihm erfundenen Buchstaben (durchsein Diganima, welches das V consonans darstellensollte) diesem Mangel der Bezeichnung abhelfen wollte,so fand doch sein Vorschlag keinen Eingang, und bisin die Mitte des 16. Jahrhunderts hat ein Bczeich-nungs-Unterschied zwischen I und V vocalis und con-sonans nicht stattgefunden.
Die Form der Zeichen, welche wir jetzt dazu ge-brauchen, indem wir das I consonans durch das lang-gezogene und geschwänzte J (j) und das V vocalisdurch das runde U (u) darstellen 10 ), ist zwar schonin sehr früher Zeit üblich gewesen, aber es ist bisjetzt durch nichts nachgewiesen worden, dass vor der
10) Während der Gebrauch des U in der ebengedaclitenWeise f_mit Ausnahme der lapidarischen Schreibung, beiwelcher jetzt wieder fast durchgängig nur das V ange-wendet wird) eine allgemein zu nennende Geltung er-langt hat, ist das J fj) nie in so ausgedehntem Maasse ge-braucht, ja es ist in neuerer und neuester Zeit aus der la-teinischen Druckschrift zum grossen Theile wieder heraus-gewiesen worden, wie denn auch die Kölner Urkunde aus-schliesslich mir das I CO anwendet. So ist auch in der deut-schen Schreib - und Druckschrift für das Versal I vocalis undconsonans immer nur ein Zeichen — 3— üblich gewesen.
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