schliesslich diesem, bis jetzt ungluecklichen Beamten gilt imgegebenen Zeitpunkt sein furchtbares Gesicht. Der Kom-missar, sonst an die Maske Heydrichs gewoehnt und ab-gestumpft gegen ihr Hoechstmass, moechte ihr hier nichtbegegnen, er huetet sich den Hals zu zucken. Er keift dieWirtin an, warum gerade sie, koennte er selbst nicht sagen.
Der Geheime: “Sie werde ich mitnehmen zum Verhoer,biedere Wittib! Heraus da!"
Die Wirtin, unter ihrer Haustuer, schwankt. Sie trifftAnstalten, als wollte sie dem Befehl gehorchen, aber dieUmstehenden lassen sie nicht. Unter dem Vorwand sie zustuetzen, verbieten sie ihr jeden Platzwechsel.
Aus allen den gewundenen Leibern hervor reckt sieals klassische Zeugen ihrer Unschuld die kurzen Arme.Eine erstaunliche Gelaeufigkeit der Zunge ist ihr ploetz-lich zuteil geworden.
Die Wirtin: “Der Herr vom Hund ist ein so alter Gast,unser aeltester, aus den Zeiten meines seligen Mannes.Aus Pietaet, nichts wie fromme Sitte, bekommt der Hunddie Portion, was sein Herr uebrig laesst.” Das Gesichtnach oben, weint sie laut.
Eine hilfreiche Magd, die sie stuetzt: “Der laesst vieluebrig.”
Ein hilfreicher Mann: “Der frisst fast nichts mehr.”
Der naechste: “Weil er gestorben ist.”
Noch einer: “Schon lang bevor die Deutschen uns be-freit haben.”
Wieder einer, diesmal aus der ferneren Umgebung:
Ein geschickter Mensch war er, hat nicht abgewartet, bisdass er befreit wird.”
Einer von der Tankstelle: “Hatte, hoer’ ich, im Vorausseinen Hund auf den Mann dressiert.”
Ein anderer, weiter rueckwaerts: “Auf den Soldaten.”