Professor Napil: “Ich versuche auf Ihrem Gesicht zulesen, meine Augen lassen nach. Dennoch wuerde ich je-derzeit bezeugen, dass die Ermordung der Studenten auchSie unvorbereitet und schmerzlich getroffen hat.”
Neurath: “Sie irren, Professor Napil. Sie irren zwei-fach. Die Aufstaendischen sind nicht ermordet, sie ver-dienten die schwerste Strafe.”
Professor Napil: “Die nicht Sie verhaengten. IhrenSchmerz um die jungen Leute leugnen Sie nicht.”
Neurath: “Ich leugne ihn nicht, aber ich haette michmitschuldig gemacht, wenn ich das Verhaengnis aufhielt.”
Professor Napil: “Ihre Geheime Staatspolizei , ein Ver-haengnis! Sie ist es, und kann nur immer verhaengnisvol-ler werden. Sie, Neurath, verlassen uns jetzt. Ihr Zurueck-weichen vor der Organisation, der Ihr Nachfolger ange-hoert, war falsch, und Sie handelten vergeblich falsch.”
Neurath: “Ich handelte meinen Wuenschen entgegen.Haette ich aber die Studentenrevolte unbestraft gelassen,morgen staende dieses ganze Volk auf, und unsere Vergel-tung muesste unabsehbar sein.”
Professor Napil: “Sie waeren daran unbeteiligt. Sie wae-ren abberufen, etwas ungnaediger als jetzt, aber Ihr Ge-wissen waere rein.”
Neurath: “In dieser Stellung verzeichne ich nur Misser-folge. Den Frieden mit Euch herzustellen — jeder Auswegin den Frieden wurde mir verlegt durch den boesen Wil-len — eurerseits, nur eurerseits, wie ich betone.
Professor Napil: “Denn unmoeglich koennen Sie dieBosheit auf einer anderen Seite suchen. Ihr Nachfolger,der Gestapomann, geniesst den Ruf, dass er den Friedenhierzulande aufbauen wird, in der Form von Galgen.”
Neurath: “Die Kritik meines Nachfolgers muss ich mirverbitten. Auf einen Neurath folgt ein Heydrich, weil—”