Druckschrift 
Lidice : Roman
Entstehung
Seite
45
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Professor Napil:Ich versuche auf Ihrem Gesicht zulesen, meine Augen lassen nach. Dennoch wuerde ich je-derzeit bezeugen, dass die Ermordung der Studenten auchSie unvorbereitet und schmerzlich getroffen hat.

Neurath:Sie irren, Professor Napil. Sie irren zwei-fach. Die Aufstaendischen sind nicht ermordet, sie ver-dienten die schwerste Strafe.

Professor Napil:Die nicht Sie verhaengten. IhrenSchmerz um die jungen Leute leugnen Sie nicht.

Neurath:Ich leugne ihn nicht, aber ich haette michmitschuldig gemacht, wenn ich das Verhaengnis aufhielt.

Professor Napil:Ihre Geheime Staatspolizei , ein Ver-haengnis! Sie ist es, und kann nur immer verhaengnisvol-ler werden. Sie, Neurath, verlassen uns jetzt. Ihr Zurueck-weichen vor der Organisation, der Ihr Nachfolger ange-hoert, war falsch, und Sie handelten vergeblich falsch.

Neurath:Ich handelte meinen Wuenschen entgegen.Haette ich aber die Studentenrevolte unbestraft gelassen,morgen staende dieses ganze Volk auf, und unsere Vergel-tung muesste unabsehbar sein.

Professor Napil:Sie waeren daran unbeteiligt. Sie wae-ren abberufen, etwas ungnaediger als jetzt, aber Ihr Ge-wissen waere rein.

Neurath:In dieser Stellung verzeichne ich nur Misser-folge. Den Frieden mit Euch herzustellen jeder Auswegin den Frieden wurde mir verlegt durch den boesen Wil-len eurerseits, nur eurerseits, wie ich betone.

Professor Napil:Denn unmoeglich koennen Sie dieBosheit auf einer anderen Seite suchen. Ihr Nachfolger,der Gestapomann, geniesst den Ruf, dass er den Friedenhierzulande aufbauen wird, in der Form von Galgen.

Neurath:Die Kritik meines Nachfolgers muss ich mirverbitten. Auf einen Neurath folgt ein Heydrich, weil