Franticek Eger ist sanft und willig: “So hab’ ich eslieber. Dort oben gibt es kein Telephon, und nicht mehrdie Versuchung, die mich solange gequaelt hat. Ausge-dachte Geschichten, die niemand glaubt, Unbekannten er-
zaehlen, wie könnt’ ich nur! Sogar den Fuehrer hab’ ich
schon anrufen wollen!”
Von dem oberen Turmzimmer haengt nur ein Rest desFussbodens ins Leere. Der Gefangene bekommt Stroh alsLager, und die Leiter wird aus seiner Reichweite entfernt.
Der alte Jaroslav ist schlafen gegangen.
Pavel und Lyda moegen sich nicht trennen, sie stehenunter dem Turm.
Die Stimme Franticek Egers, von oben: “Da wart’ ichnun auf den Protektor, und eines Tages kommt er, sich
meinen goldenen Ehrendolch besehen. Vom Reichmarschallhab’ ich ihn und hab’ ihn selbst bronziert, ist nur die
Spitze weg.”
Lyda und Pavel gelangen zu der Meinung, dass Egervoellig verrueckt war.
Lyda: “Er weiss selbst nicht, will er die Leute denun-zieren, oder sie ausrauben, wie ein Deutscher?”
Pavel: “Die Meisten sind jetzt geneigt ueberzuschnap-pen. Das tun die Unsicherheit, die Wut, und weil so vielehergelaufene Lumpen bei uns die Herren sind, ihre Rolleist zu dankbar, wenigstens jetzt noch.”
Lyda, legt ihm ihre Haende auf die Schulter, fragtihn nahe in die Augen: “Pavel, warum hast du das ge-tan?"
Pavel: “Was?”
Lyda: “Du willst mir nicht antworten.”
Pavel: “Ich kann nicht. Nichts Neues, es kommt vonselbst, du hast es gesehen.” Er moechte scherzen: “DasTalent bricht aus. Aber lassen wir’s! Vom Reden fuehl’
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