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Lidice : Roman
Entstehung
Seite
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ich wieder den inneren Befehl. Dir hab ich versprochen,dass ichs nicht wieder tu.

Ly da: "Du tatst es seitdem wieder. Ich kann nichtsgegen deinen inneren Befehl. Liebst du mich denn?

Sie sind vor dem Haus im Mondlicht. Weite Wiesenmit hingelagerten Kuehen.

Pavel:Liebst du mich, ist alles gut. Ich werde bravsein.

Lyda:Ein braver Gatte oder braver Tscheche? Jenach dem, toetet einer den Menschen, mit dem er dassel-be Gesicht hat.

Pavel:Was sprichst du! keinen Gedanken an Toetenhatte ich. Einer, der als Heydrich ginge, muesste darumnicht toeten. Viel eher, wer weiss, koennte er retten.

Lyda:Die Deutschen lehren uns nur toeten. DieseNacht waer es dir selbst eingefallen. Liebster, wir muessenfliehen.

Pavel:Mit einem Wanderzirkus nach Jugoslavien! Dortdarf ich Grimassen schneiden. Immer lustiger:Die Leutefreut es. Der Dorfschneider fertigt mir zum Vergnuegenden Anzug. Aus Freundschaft klebt der Barbier die Pe-ruecke.

Lyda:Schrecklich, wie das alles dich gluecklich macht!Wirst du je bei rhir so gluecklich sein?

Pavel, ganz ernst:Was waere denn im Wege? MeinAlles, Lyda, bist du, und ich sehe in meiner Zukunft garnichts, nur dich. Du auf dem Hof, du, so umarme ich dich,und an deiner Schuerze haengen unsere Kinder.

Lyda:Ich sehe mehr. Dein bin ich, und will mit dirhaben, was du unbekannt noch in dir traegst.

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