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An der Landstrasse zwischen Lidice und Prag , einSchuppen, wo mehrere Personen auf den Autocar warten.
Einer von ihnen: “Ein gutmuetiger Herr, trinkt einfachmit den Leuten sein Pilsener.
Ein Zweiter: “Leutselig auch, er fragt den Kindern diedeutsche Landkarte ab. Als ob sie ihm ein Maerchen her-sagen sollen."
Eine Frau: “Man tut es, man darf ihn nicht reizen,alsbald kaeme der Deutsche zum Vorschein.”
Ein freundlicher Alter: “Was will aber der einzelneMann gegen uns alle machen? Im Notfall, hoer’ ich,schlaegt er sich auf das Knie, und aus dem Fussbodenwaechst die Gestapo .”
Der Autocar legt an. Hinter dem Schuppen tritt einMann hervor. Er ist im Regenmantel bis ueber den Kopf.Er laesst die Leute einsteigen. Die Letzten erkennen ihn,entsetzt machen sie Platz; eine Verzoegerung entsteht, derWagenfuehrer droht abzufahren. Ihm wird etwas zugeflue-stert: er erstarrt.
Der Wagen ist fast ganz besetzt. Der Fremde geht aufeinen freien Platz zu, waehrend die Abfahrt verschobenist, bis er sitzen wird. Er legt in ganzer Groesse seinenMantel ab. Die Uniform! Das Gesicht, das die Zeitungengebracht haben! Er hat gemessene Bewegungen, ueberNeugier und Schrecken der Fahrgaeste sieht er unbeteiligthinweg.
Aus seiner Naehe fluechten alle. Sie stehen hinten ein-gekeilt. Pavel Ondracek unterdrueckt die Genugtuung ueberden Erfolg seiner Maske. Mit der schneidenden Stimme,die er in der Rolle von selbst bekommt, befiehlt er: “Kin-der und Muetter sitzen bleiben!” Da niemand deutsch ver-steht, wiederholt er es tschechisch. Die eingekeilten Fahr-
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