Druckschrift 
Lidice : Roman
Entstehung
Seite
92
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Geheimrat Rumfutsch, sehr forsch:Melde mich zumAbgang nach der russischen Front!

Pavel, streng:Ich dulde keinen Eingriff in meine Be-fehlsgewalt. Ich bestimme, wer an die Front geht. Gehaengt wird nach dem unfehlbaren Beschluss des Fuehrers, wannich will, wen ich will, und wozu es mir gefaellt.

Der Alte, zwischen Demut und Empoerung:Aber un-sereins muss haengen!

Der Sekretaer:Warum, du Kamel?

Der Alte:Weil sonst die tschechische Seele von Zwei-feln erschuetteit wird.

Pavel fragt einen SS-Mann: "Wo habt ihr den altenLumpen getroffen?"

Der SS-Mann:Im Altgeld, zu Befehl. Mit zehn An-deren. Den Rest nahmen wir von der Strasse mit.

Pavel, fuchtbarer Blick ueber die Tschechen hin:Wensaht ihr im Altgeld bewusstlos auf dem Tisch liegen?

Schweigen. Hauptmann Krach steht eisern und wendetkeinen Blick. i

Pavel, furchtbar:Mich. Aus der Schlacht dorthin ge-tragen vom Hauptmann Krach.

Die Kellnerin:Wir leugnens ja nicht. Aber was istschon ein Betrunkener unter dem Tisch? Beim Altgeld ha-ben wir dreimal die Woche einen bewusstlosen Protektor.

Pavel kalt, fuer Geheimrat Rumfutsch allein:Das sindProvokateure. Die Kaempfer finden wir anderswo. Diesehartnaeckigen Luegner sind zu entlassen in die Stadt undauf das Land. Sie fuehren uns von selbst nach dem Schlupf-winkel der illegalen tschechischen Armee, die ich heuteschlug und in die Flucht jagte.

Geheimrat Rumfutsch:Der Fuehrer weiss es. Ich be-zeuge es mit meinem deutschen Gewissen. Er wendet sichan die Bewachungs-Mannschaft:Alle sind frei!

Die Tschechen, mit verteilten Rollen:Das gibts nicht,