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Lidice : Roman
Entstehung
Seite
111
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Pavel, oeffnet einen Zipfel seines schwarzen Buendels:“Ein Klied vom Komiker Wokurka. An dem verdamm-ten Nagel aufgerissen, von oben bis unten. Gleich mussder Bihalek her.”

Der Wachmann: “Du bist der Bihalek vom Rococo.”

Pavel: “Der Garderobengehilfe. Jeder Wachmann kenntmich, ich wohne dort um die Ecke im tschechischen Loe-wen.”

Der Wachmann: “Versteh’ schon. Im Vertrauen, beieuch ist, hoer’ ich, heut abend der Protektor gewesen?”

Pavel zuckt die Achseln.

Der Wachmann: “Versteh' schon. Laut Verfuegung liegter im Bett. Im Theater wird ein Anderer den Protektorgemacht haben.”

Pavel: “Aber reden tut nicht gut.”

Der Wachmann: “Eh schon wissen.”

Pavel: “Wuensche viel Vergnuegen, Herr Wachmann.”

Der Wachmann, fluestert ihm nach: “Das Buendel damusst du besser zuknuepfen.”

Pavel, um die Ecke und durch die menschenleerenStrassen der Stadt bis auf die naechtliche Chaussee nachLidice . Unverzagt schreitet er aus als ein Marktwagenihn einholt.

Der Bauer: “Sitz auf, Pavel!”

Pavel, im Fahren: “Schon vom Markt zurueck, Jan?”

Der Bauer: “Hab’ geeilt, wegen der Nachrichten. Aberich werde nicht der Erste sein.”

Pavel: “Was gibt’s denn Neues?”

Der Bauer: “Genau genommen — gar nichts.”

Pavel: “Wir Tschechen bemerken nie was.”

Der Bauer: “Wenn nicht einmal die klugen Deutschendie Augen aufmachen.”

Pavel: “Sie werden ihre Gruende haben. Ihre Dumm-heit ist nur verstellt.”

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