Der Kaplan: “Was hast du dir besonders gemerkt, meinSohn?”
Sie erheben die Augen zueinander. Beide sind gleichjung, und sehr ernst.
Pavel: “Du sollst deinen Naechsten lieben wie dichselbst.”
Der Kaplan: “Wir meinten unser Volk. Aber ein an-deres Wort bewege ich seit gestern bei mir, viel und schmerz-lich. Du sollst nicht falsch Zeugnis ablegen.”
Pavel: “Was wuerde dann aus dem Volk, das IhrNaechster ist?”
Der Kaplan, nervoeses Zucken, er beugt die Stirn,die Schultern, er gleitet fluchtartig zur Seite.
Pavel, nach der anderen Seite. Er setzt sich an dieMitte des vorderen Tisches neben Lyda.
Die Gaeste sitzen schon, oder waehlen geraeuschvollihre Plaetze. Der Hausherr Jaroslav hilft ihnen mit freund-licher Autoritaet. Bei jedem Gedeck steht ein Glas bis anden Rand mit Wein gefuellt. Maegde bringen grosse Sup-penschuesseln.
Die Kinder, im Takt: “Leberknoedeln! Leberknoedeln!”
Pavel, ueber Lyda geneigt: “Der Kaplan — .”
Lyda: “Der Kaplan?“
Pavel: “Es ist mit ihm nicht viel. Du wirst sehen, imfalschesten Augenblick schnappt er zusammen.”
Lyda: “Du aber wjarst den ganzen Tag derselbe Held.”
Pavel: "Nein. Das Gespraech mit dem Fuehrer hatmich furchtbar erschoepft.”
Jaroslav Ondracek empfaengt den Amtsvorsteher, sei-nen Altersgenossen. Sie gehen beiseite, bis unter die er-sten Baeume.
Der Amtsvorsteher: “Hier ist es lustig, wieder wiegestern.”
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