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Lidice : Roman
Entstehung
Seite
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tektor, wenn er vor mir stuende, verschwende ich keinWort.”

Pavel, flehentlich: “Sehen Sie mich doch nur an!”

Professor Napil: “Umsonst. Ich bin zerruettet durchalles, was vorgeht. Von meiner Sehkraft bleibt mir einunbedeutender Rest.” Er entfernt seine grauen Glaeser, dieAugen sind geschlossen: “Am besten so.”

Pavel, schwach und stuermisch, ohne Wechsel der Stimm-lage: “Ich bin der Protektor- bin nicht er, aber jede Stun-de, die vorbeigeht, verwandelt ihn und mich, bis wir der-selbe sind.”

Professor Napil: “Jetzt hoere ich dich sprechen, PavelOndracek.” Er setzt sich.

Pavel, kniet vor ihn hin: “Professor Napil, ich glau-be an die ewige Guete. Ich bin bei Ihnen.”

Professor Napil, will den gesenkten Scheitel Pavelsberuehren, zieht die Hand zurueck: "Ich weiss nicht, wasich da beruehren wuerde.”

Pavel: “Einen sehr schuldigen Kopf.”

Professor Napil: “Nur den Kopf? Dann waere dir nochzu helfen.”

Pavel: “Nein. Das Herz unter dieser Uniform wird nach-giebiger gegen das Boese. Mich freuen meine Erfolge.”

Professor Napil: “Die Erfolge des Protektors.”

Pavel: “Meine. Kein gelegentlicher Vertreter haette siegehabt.”

Professor Napil: “Dein neuester Treffer ist ein Massen-mord.”

Pavel, schluchzt still, heftig und lange.

Professor Napil, tastet mit den Fingerspitzen nach demGesicht des Knieenden: “Traenen duerfen — sein Gesichtnicht entstellen. Der Strick ist uns allen uebergeworfen von— ihm.”

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