Hauptmann Krach und Milo Schatzova, Aug’ in Auge,ueberlassen einander den Anfang zu machen.
Wokurka, verlaesst offen den Vorhang: “Ich staune.Demuetiges Staunen ergreift meine Seele ob des beruehm-ten Gastes in diesem Schmierentheater.“
Heydrich, angstvoll: “Nun?”
Wokurka, gebieterisch: “Sie sind unser Protektor!”
Heydrich : “Wie lange kennen Sie mich?”
Wokurka: “Traurig genug, dass wir zwei bald dieLetzten im Haus sind. Bleibt nur der hintere Ausgang.Morgen wird vorn eine Ehrenpforte aus Lorbeer aufragen!”
Wokurka: “Die Direktion hatte schon gestern auf dieEhrenpforte vergessen. Swoboda und Niemitz sind heutenicht wiederzuerkennen. Wir zwei — waren gestern die-selben.”
Heydrich : “Sie sahen auch gestern mich, den Protek-tor, mich selbst, unverkennbar?”
Wokurka, mit Blick in den Spiegel: “Da schaut derWokurka heraus, ich haett’ es ihm uebel genommen, wenner ein anderer waere. Excellenz, probiere Sie selbst! Siesind kein Komiker vom Rococo , — trotzdem, einen zwei-ten Protektor geben, das koennen Sie nicht, und ihrenProtektor spielt kein zweiter Ihnen nach. Ein Volk, einWokurka und ein Protektor.” Er verschraenkt die Arme:“Widerspruch dulde ich nicht.”
Heydrich , atmet tief auf. Streng gegen HauptmannKrach: "Sie hatten Zweifel.”
Hauptmann Krach: “Melde gehorsamst, dass ich annichts und niemandem zweifle. Sonst waer’ ich selbst nicht,der ich bin.” Er streckt dringend die Hand nach MiloSchatzova aus: “Die Kuenstlerin auch nicht.”
Milo Schatzova, ergibt sich: “Am Rococo bin ich al-
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