Druckschrift 
Lidice : Roman
Entstehung
Seite
249
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ich glaube an seine sichtliche Offenbarung, und sie istnahe.

Oberst Schalk:Ich vermisse die militaerische Puenkt-lichkeit. Der Protektor ist nicht da, aber wir selbst habenuns verspaetet. Die Schuld traegt Herr Blumentopf.

Geheimrat Blumentopf:Nein, Sie.

Oberst Schalk:Bei nicht weniger als fuenf Lokalenhaben Sie halten lassen. Ueberall mussten Sie sich staer-ken.

Geheimrat Blumentopf:Sie auch. Wenigstens nahmich tschechische Gaeste mit nur wer einen Wagen hat-te, um uns zu begleiten. Dieser 30. Juni darf nicht anDeutschen allein vollstreckt werden.

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Die tschechischen Todeskandidaten sind gleichfalls voneiner Truppe bewacht und aufs Korn genommen. Anfangshat bei ihnen eine gedrueckte Stimmung vorgeherrscht. DasGelaechter des Sturmbannfuehrers wirkt belebend:

Eine Dame mit scharfer Stimme, bekannt aus demTheater Rococo, wo sie sich neben der Loge des Protek-tors respektlos geaeussert und eine Verwarnung von Haupt-mann Krach empfangen hatte:''Er lacht so herzhaft, derSturmbannfuehrer. Der will uns nichts antun.

Ihr Begleiter:Wer sind wir denn auch? Mir scheint,haetten wir keinen Wagen gehabt, wir waeren gar nichthier.

Ihr zweiter Kavalier:Bei den Deutschen ist alles Zu-fall. Nachher nennen sie es planmaessig.

Die Dame:Aber ich war gleich gegen das KolobriIm Palais Paradis haette uns niemand gesucht.

Eine andere weniger schoene Dame, im Theater Ro-