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Lidice : Roman
Entstehung
Seite
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Der zweite Kavalier:Sind Sie bloed? Ich dachte, aufder Buehne machten Sie es kuenstlich.

Die Dame, die gelacht hatte: "Ich fuehle es, ich wer-de nochmal anfangen.

Ihre Begleiter stuerzen sich auf sie.

Der Unbeteiligte:Ich als Unbeteiligter wundere michueber nichts mehr.

Wokurka:Das einzig Richtige, Herr! Nil admirari,sagen die Juden; obwohl ich ein arischer Komiker undder Freund unseres Protektors bin. Er gab mir dies Stell-dichein.

Alle durcheinander:Dann wird nicht gehaengt? Dannbrauchen Sie vielleicht ein Publikum, Herr Wokurka, fuerIhre Einfaelle? Und die Gestapo klaubt es Ihnen in denNachtlokalen zusammen?

Wokurka, ernst:Geht nicht zu weit, Freunde! Meinegeliebten Landsleute die ihr seid! Faelle gibt es, wo ichscherzen weder kann noch will.

Stimmen:Was ist nun das fuer eine Albernheit! Ermeint es anders herum.

Wokurka:Anders meinen es unsere biederen tschechi-schen Zimmerleute. Die werden uns keine Galgen bauen,die nicht.

Stimmen:Einer steht schon.

Wokurka:Noli me tangere, sagt er. Ruehr mich nichtan, sonst fall ich um.

Er lauscht. Er gibt das Zeichen still zu sein. Auch dieGeraeusche des Zimmerns haben aufgehoert. Pause.

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Der Sturmbannfuehrer eilt zu den deutschen Verurteil-ten:Die Herren haben den Arbeitern zugerufen, sie moech-ten die Arbeit niederlegen.

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