Der Wachmann: "Dass ihr das Gasthaus TschechischerLoewe findet. Hat schon dunkel gemacht, der Tschechi-sche Loewe. Links herum, bittschoen.”
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Vor dem Gasthaus zum Tschechischen Loewen.
Es ist ein schmales, zwischen die Nachbarn eingeengtesGebaeude, die kleinen Fenster liegen dicht uebereinander,die Zimmerdecken muessen niedrig sein.
Hauptmann Krach: “Die Burg ist es nun einmal nicht.”
Heydrich : “Die Decke kann man mit den Haendengreifen. Nicht einmal Raum ist, sich aufzuhaengen.”
Hauptmann Krach: "Wozu abkuerzen?”
Heydrich : “Die Stunden, bis es hell wird, ueberlebeich nicht.”
Hauptmann Krach: "Sie fuerchten — ”.
Heydrich : “Mir bangt nach ihr. Sie — nie mehr sehen,das allein hab’ ich zu fuerchten.” Er besinnt sich: “Siewollen sagen, ich sei merkwuerdig.”
Hauptmann Krach: “Sie kommen vom Haengen.”
Heydrich : “Vom Nichthaengen, leider.”
Hauptmann Krach: “Das bedauern Sie — und behaup-"»jw- ten zu lieben." Er zuckt die Achseln: “Hueten wir uns
zu verstehen!” Fuer Heydrich : “Drinnen wird es noch amsichersten sein.”
Er zieht den Draht der Glocke. Heiseres Gerassel hin-ter dem Haustor. Sie warten.
Heydrich, den Blick am Boden, von dem Hut dasganze Gesicht bedeckt: “Nur wissenI Nur nicht das Ge-heimnis endgueltig werden lassen zwischen mir — und ihr!Wer sagt mir, ob sie noch einmal hinter Schleiern an mei-
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