Geheimrat Blumentopf, zuerst vor Bestuerzung starr,bekommt Zeit, sich einer rollenden Lawine zu entziehen.Von dem steinernen Staub in etwas wie eine Gipsfigurverwandelt, taumelt er zurueck und gegen HauptmannKrach.
Hauptmann Krach, stoesst ihn hart von sich: “Siewaren doch nicht gerettet.”
Geheimrat Blumentopf, gehetzt, ohne Atem: “Ich bines zum zweiten Mal.”
Hauptmann Krach: “Das dritte ist das beste.”
Geheimrat Blumentopf, findet es nach dem Ton derStimme nicht raetlich, den Sprecher anzusehen. Zweifel-haft, ob er die Worte verstehen konnte, soeben faellt mitGetoese noch ein Stueck Mauer. Geheimrat Blumentopf be-ginnt zu plappern: “Auf mich war es abgesehen. Der At-tentäter! Seinen laengeren Aufenthalt dort oben hat er be-nutzt, um allerhand Steine zu lockern, kein Kunststueck beidem Zustand der Ruine. Jetzt liegt die ganze Gemein-de unter den Truemmern zu Brei zerstampft.”
Hauptmann Krach: “Der Protektor hatte vorgesorgt, erwar tot.”
Geheimrat Blumentopf: “Tot — waere genug, aberein Brei, was tu’ ich damit. Das kann ich nicht unter Glasnach Berlin schicken. Die aeussere Huelle aus Kupfer — derFuehrer wird sie oeffnen, um in das Gesicht seines Freun-des zu blicken, was sieht er da?”
Hauptmann Krach: “Ihr Werk.”
Geheimrat Blumentopf, vermeidet weiter, dem endguel-tigen Schicksal ins Auge zu sehen. Abgewendet von sei-nem Gegenueber, ringt er die Haende in der Luft: “Haet-te ich nur den zweiten Protektor nicht fortgelassen! Drin-gender als je schreit der erste nach seinem gluecklichenStellvertreter.”
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