Geheimrat Blumentopf, letzte Angst: ‘‘Ich schwoe-re — !”
Hauptmann Krach, oeffnet den Mund, um einen Rufauszustossen. Ob er gerufen hat oder nicht, darueber hinknallt ein Schuss.
Geheimrat Blumentopf, liegt und hoert nichts mehr.
Hauptmann Krach, tritt zu dem Toten, mit untruegli-cher Genauigkeit stellt er das Ende fest. Bevor er sich ab-wendet: “Mein Erster. Lohnen soll es mit der Zeit.”
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Hauptmann Krach geht in den Wald.
Er atmet tief auf. “Ich wollte rufen. Ich unterliess esHeydrich zu Ehren. Einen Besiegten herausfordern? Uebri-gens muesste man der Sieger sein.”
Er findet sich vor einem breit ausgehoehlten Baum. Erspricht: "Die Sieges-Apotheose war meines Wissens nie-mals von dieser Welt. Was ich das Boese nenne, es siegtnicht, es herrscht nur. Was ich das Gute nenne, kenntwohl auch Siege — die Mitte hell, an den Raendern be-staendig Qualm von Niederlagen, der vorigen, der kuenf-tigen.”
Er horcht auf die Geraeusche oben und unten, denWind in den Wipfeln, die Vogelstimmen, das leichte Kra-chen im Unterholz, wo Getier schleicht.
Hauptmann Krach, ruft in den hohlen Baum, der sei-nen Ton verschluckt: “Es lebe die Freiheit, die ganzemenschliche Freiheit! Es leben unsere armen Voelker, eslebe das aermste, das deutsche!
Er beeilt sich fortzukommen, er erreicht die Wegesbie-gung, hinter der am fruehen Morgen die beiden Wagenhielten. Sein Jagdwegen steht noch da, niemand ist zu-gegen.
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