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Lidice : Roman
Entstehung
Seite
299
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kluefteten Hoehen, diese ragen immer hoeher und ferner,die meisten kahl. Die Platte hier vorn ist auch nur stellen-weise bewaldet. Die Fichten, Spitz an Spitze, entsteigen viel-mehr den Abgruenden. In die Tiefe faellt, zwischen Baeu-men und Klippen, der Wildbach, sein Getoese beherrschtdie Schluchten, nichts vermag dagegen das Knattern derMaschinengewehre.

Der Feind schiesst von unten, man sieht ihn nicht, under sieht sein Ziel nicht, die Kugeln, die er ausstreut, pral-len gegen glatten Stein, werden zurueckgeworfen, und derBach nimmt sie mit.

Eine Luft, rein, warm und aeusserst blau, erfuellt dieWelt von Felsen, die ein Land ist und verteidigt wird alseine Heimat. Die Verteidiger halten auf Deckung wie be-fohlen, verlaesst aber ein Soldat die Brustwehr, die die Na-tur ihm hinstellt, dann zeigt er kein militaerisch abgerichtetesGesicht, nur ein leidenschaftliches. Die Uniform ist selten,allenfalls kennzeichnet eine Binde den nackten Arm, eineNummer die Brust im offenen Hemd.

Die Stimme, die in dieser laermenden Wildnis gehoertwerden will, muss gewohnt sein zu tragen und durchzudrin-gen. Die Stimme des Schauspielers Wokurka, vom Thea-ter Rococo in Prag , bringt es fertig.

Wokurka, aus seiner guten Deckung:Posor! Dort un-ten haben sie, hoer ich, schon wieder einen bloedenEinfall.

Doktor Holar versucht zu antworten. Er sagt, dass nichtsein Gehoer, aber sein Geruchssinn ihn von dem Unter-nehmen des Feindes in Kenntnis setzt. Der Feind hat tiefunten das Dorf angezuendet, in der leichten Luft des Ge-birges erhebt der Rauch sich schnell, schon wird er ver-spuert.

Wokurka:Ihre Rede, Doktor, geht nicht uebers Or-chester weg. Ich glaub* Ihnen alles, was ich nicht gehoert