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Das Geld : Darlegung der Grundlehren von dem Gelde, insbesondere der wirtschaftlichen und der rechtsgiltigen Functionen des Geldes, mit einer Erörterung über das Kapital und die Übertragung der Nutzungen / von Karl Knies
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eine allseitige Zustimmung zu dem Satze platzgreifen wird: es mussschlechthin und aus ganz allgemeinen Gründen verlangt werden, dassin der Nationalökonomie unter Kapital jedenfalls nur wirtschaftlicheGüter verstanden werden dürfen, keinenfalls menschliche Personen,oder etwas von ihnen als Personen Untrennbares weshalb not-wendigerweise dieArbeiter, diebesonderen Geschicklichkeiten,Kcnutnisso und Fertigkeiten der Menschen, sowie der Staat, dieNationalohre u. dgl. außer Frage bleiben. Auch der mislichen Aus-hilfe dessogenannten Personenkapitales und derQuasikapitalienbedarf die Sprache der Wissenschaft nicht.

Ist aber einmal sicher, dass unter Kapital nur wirtschaftlicheGüter zu verstehen sind, so wird dann doch wohl Niemand bean-spruchen, dassKapital einfach identisch mitwirtschaftlichen Gü-tern sei. Und in der That hat man ja auch immer irgend einweiteres Merkmal hinzugefügt. Es wurde ein Vorrat von Produktenso bezeichnet, oder ein Teil dieses Vorrates, oder die Güter, welcheeine Nutzung während ihres Fortbestandes zulassen, oder diePro-duktivmittel überhaupt u. s. w. Dabei lässt sich indessen baldeine auch für sich genommen recht wichtige Verschiedenheit allge-meinster Gesichtspunkte konstatieren, mit welcher Abrechnung zuhalten ist, wenn man festeren Boden gewinnen will. Für Turgot z. B. sind Produkte deshalb Kapital, weil dieselben einen für dasVerbrauchsbedürfnis des Wirtschafters in laufender Zeit thatsäch-1 i ch überschüssigen, konkret vorrätigen Güterbestand bilden. Ebensoverweist A. Smith auf einen objektivierten Produktenvorrat,von welchem der eine Teil als ein Gebrauchsvorrat, der andere alsdas Kapital angesehen werden soll. Bedenkt man, dass Hermanndie gesamten Grundstücke als solche zum Kapital gerechnet wissenwill, so wird man auch die Bedeutung erkennen, welche dieserSchriftsteller noch auf die objektive Natur der Gegenstände legte,wenn die Umgrcnzungslinie für die Kapitale gezogen werden sollte.Eine Ubergangsstellung nimmt dagegen J. St. Mill ein. Er aner-kennt einesteils die durch die verschiedene Natur der einzelnenGüter objektiv gegebenen Merkmale, hebt aber zugleich ausdrücklichdie Wirksamkeit derselben für den Kapitalbegriff durch den Hin-weis auf die Tauschfähigkeit aller Güter gegen einander auf. Viel