44
neben den Faktoren und Elementen der Natur und des Kapitalesin Betracht. Hiergegen hat sich im Laufe der Zeit eine vollkommenberechtigte, notwendige Reaktion erhoben. Das Wirtschaften derMenschen tritt in den Vordergrund, die Güter sind nur da wegender durch ihren Verbrauch zu bewerkstelligenden Befriedigungmenschlicher Bedürfnisse, dio Volkswirtschaft muss als ein Stückdes rechtlich geordneten, staatlich formierten menschlichen Lebenserscheinen, in welchem Schranken und Hemmnisse der irdischenNatur durch den beseelten Herrscher über die reale Welt zu über-winden sind.
Es ist nun eine unzulässige Übertreibung dieser Reaktion gegenfrühere Misgriffe, welche dazu geführt hat, dass in der Gegenwartan gar manchen Punkten der Nationalökonomie Verhältnisse deswirtschaftlichen Lebens, dio auf Beziehungen zwischen der mensch-lichen Persönlichkeit und einer realen Außenwelt beruhen, einfachund allein durch Hinweise auf das subjektive Moment, auf denmenschlichen Geist, Willen u. s. w. ihren Inhalt und ihre Erklä-rung finden sollen. — Zur näheren Erläuterung will ich beispiels-weise die grundlegende Begriffsbestimmung des Wertes vorführen.„Wert— erklärt Schäffle (1861) — ist das Maß der Nützlichkeit,welches der Mensch dem Gute beilegt“ — worauf dannnicht bloß der so bedächtige Mangoldt (1863) meinte: „Wertnennen wir die den Gegenständen der Außenwelt infolge der ihnenzu erkannt en Fähigkeit, einem Bedürfnis zu entsprechen, bei ge-legte Bedeutung“ — sondern auch Roscher die Definition derfrüheren Auflagen durch die Erklärung ersetzte: „wirtschaftlicherWert eines Gutes ist die Bedeutung, welche dasselbe für das Zweck-bewusstseiu des wirtschaftenden Menschen hat“! Wo die An-fangslinie solcher Misgriffe liegt, lässt sich an jenem Worte desDichters anschaulich machen: „war’ nicht das Auge sonnenhaft, dieSonne könnt’ es nie erblicken“! Gewiss, das menschliche Augemuss, wie es da gemeint wird, sonnenhaft sein — aber es kanndeshalb doch nicht die Sonne herstellen, zu dem machen, was dieseist, — die Sonne muss auch ihrerseits da sein und die ihr inne-wohnenden Eigenschaften haben, wenn das sonuenhafte Augedes Menschen sie sehen soll! So muss nun auch im Wirtschaftsleben