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Das Geld : Darlegung der Grundlehren von dem Gelde, insbesondere der wirtschaftlichen und der rechtsgiltigen Functionen des Geldes, mit einer Erörterung über das Kapital und die Übertragung der Nutzungen / von Karl Knies
Entstehung
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der Mensch allerdings, wenn ich so sagen darf,giiterhaft sein,d. h. hier: er muss, damit irgend welche äußere Gegenstände fürihn Güter sein können, bezügliche Bedürfnisse haben und muss dieGegenstände, welche seine Bedürfnisse befriedigen sollen, kennen undgebrauchen aber die Eigenschaften, auf Grund deren die Gütermenschliche Bedürfnisse thatsächlich befriedigen, müssen doch auchreal in denselben vorhanden sein. Der Mensch selbst kann mitseiner Anstrengung Dinge solcher Art zur Entstehung zu bringensuchen, er kann die bezüglichen Eigenschaften und Kräfte derselbenaufsuchen und zu erkennen streben aber sie ihnenbeilegensie ihnenzuerkennen, wenn sie dieselben nicht objektivhaben, kann er eben schlechterdings nicht. Das ist eine Übertrei-bung der Machtsphäre des personalen Elementes auf Kosten desrealen. Keineiserner Wille verleiht in einer schwersten Notzeiteinem Gegenstand ein Minimum von Nährkraft, Ileizkraft u. s. w. wenn der Gegenstand diese nicht vermöge seiner Natur hat.Der Wert einer Brücke, einer Eisenbahn, eines Arzneimittels, einesWerkzeugs u. s. w. besteht nichtin dem Maß der Nützlichkeit,das wir ihnen beilegen, zuerkennen, sondern muss durch einenrealen, in Eigenschaften des betreffenden Gegenstandes mitbedingtenVorgang erwälxrt werden. Definieren wir deshalb den Wert, ichwill sagen als das (anerkannte) Maß der Nutzwirkung der Güter,so sind die wirklich nötigen Beziehungen zu dem Menschen undzum menschlichen Gemeinschaftsleben schon durch den vorher klar-zustellenden Begriff derGüter gegeben und festgehalten wäh-rend wenn der Wert erklärt wird alsdie den wirtschaftlichenGütern in dem Zweckbewusstsein der Menschen beigelegte Bedeu-tung, ein auf der Einsicht der Menschen, ihrem W'illen u. s. w.nur mit beruhendes Ergebnis des Wirtschaftlebens unrichtigerweiseausschließlich von der menschlichen Innenwelt abhängig gemach:,der Wert verwechselt wird mit einer sei es zutreffenden, sei es ir-renden Vorstellung von dem Werte.

Kehren wir nach dieser Abschweifung zum Kapital begriff zu-rück, so bietet sich die Nutzanwendung von selbst. Wer die Trag-weite einer übergrübelten Dialektik kennt, wird das Eingeständnisnicht verweigern wollen, dass wenn das Wesen des Kapitales in der