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Verwendung der Güter „zur Produktion“ gefunden werden soll, esallerdings „eine natürliche Eigenschaft“ ist, infolge deren die Düng-mittol des Landwirtes, die Maschine des Industriellen, irgendwelcheRohstoffe und Hilfsstoffe der Fabrikation, die Bauherstellungen desBergmannes u. s. w. als Kapital rangieren, wenn sie überhaupt alsGiitor fungieren. Selbstverständlich ist es auch andererseits eine„natürliche Eigenschaft“ der Baumfrüchte, des Fleisches, des Ge-müses, der Fische und Austern auf unseren Verkaufsmärkten u. s. w.,auf Grund deren sie nicht „zur Produktion“, sondern zum GenussVerwendung finden. Wenn reale Güter, z. B. Gegenstände, die wirals Nahrungsmittel verbrauchen, zugleich auch eine „produktive“Verwendung finden können, indem sie zur Herstellung neuer Gütergebraucht werden, so ist gerade umgekehrt die Wahlfreiheit desMenschen bedingt durch das gleichzeitige Vorhandensein der Eigen-schaften für ein Genussmittel und für ein Produktionsmittel, sofern,was hernach in Frage gestellt werden wird, der Wirtschafter über-haupt von seiner Wahlfreiheit Gebrauch machen kann.
Wer sodann nicht anzweifeln will, dass die Güter soweithinvermöge ihrer natürlichen Eigenschaften sei es zu Genussmitteln,sei cs zu Produktionsmitteln konstituiert sind, der sollte doch nichtauf ihre Tauschfähigkeit verweisen, um darzuthun, dass jedes Gutüberhaupt in ein Produktionsmittel verwandelt werden könne. Da-mit ließe sich weit eher ein Unterschied vorweisen, welcher sichzwischen dem „Kapital“ für die Einzelnwirtschaft innerhalb des ge-sellschaftlichen Verkehrs und dem „Kapital“ für die Volkswirtschaftals ein Ganzes herausstellt. Bei näherem Zusehen gewahrt manjedoch überhaupt leicht, dass das Wort „Produktionsmittel“ indem Satze: „eine Maschine ist ein Produktionsmittel, weil sie einInstrument der Produktion ist“, eine ganz andere Bedeutung hat,als in dem zweiten Satze: „ein Zentner Fleisch ist ein Produktions-mittel, weil er eventuell einen Besitzwechsel vermitteln kann, infolgedessen der Eine die bei einem Andern vorfindliche und disponibleMaschine bekommen kann.“ Und wenn wir schließlich auch nurdas Wollen des Menschen für sich genommen in Betracht ziehen —ist cs nicht abermals eine unzulässige Abstraktion von dem wirk-lichen Wirtschaftsleben, dass einfach diesem Willen des Menschen