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stetig unbedingt erforderlich. Soweit hierin seine wirtschaftlicheThiitigkeit beschlossen ist, muss für das gewiss auftretende Bedürf-nis die Thiitigkeit bereit und ihr sofortiger Erfolg sicher sein, sonsttritt Not und Untergang ein. Immerhin droht auch bei ausgedehn-terem Verbrauch im Anschluss an eine ergiebigere Thätigkeit Jedem,der „aus der Hand in den Mund“ lebt, die. gleiche Folge des so-fortigen Ausfalles jeder Befriedigung eines gewohnten laufenden Be-darfes, wenn der laufende Erfolg ausbleibt.
Wir können leicht wahrnehmen, wie die gesamte Naturanlagedes Menschen diesen nicht daraufhin begrenzt hat und nicht schon da-durch sich befriedigt finden lässt, dass er mit seiner wirtschaftlichenThätigkeit dem laufenden Bedarf genügt. Während er in der Gegen-wart lebt und ihren präsenten Anforderungen nachkommeu muss,umfasst er in seinem Geiste doch auch Vergangenheit und Zukunft,stellt sich jene noch, und diese schon wie etwas Gegenwärtiges vor.Er kann die Wirkungen von Kräften nutzen, die in der Vergangen-heit aktiv waren, und erkennt sich fähig zu einer Thätigkeit fürdie Zukunft. Die Früchte seines gegenwärtigen Thuns sind ver-wertbar für den Bedarf in einer zukünftigen Zeit. Nach der Rech-nung des laufenden Bedarfes würde die Beschaffung überschüssigerBefriedigungsmittel eine unproduktive Beschäftigung sein; nachEinschluss des Erfordernisses für die Zukunft ist dieser Überschussein Vorrat von Gütern. Es ist dasselbe Verhältnis, wenn man sichsolche Gegenstände zu beschaffen sucht, die von vornherein dazuveranlagt sind, nicht bloß einem gegenwärtigen Bedarf zu genügen,sondern Nutzungen zu gewähren, die andauernd in eine zukünftigeZeit hinein fortbestehen. Gleichzeitig macht sich von seiten derAußenwelt her die Thatsacho wirksam, dass es menschliche Lebens-bedürfnisse wio z. B. die nach Kleidung, Wohnung, giebt, welcheentweder überhaupt nicht oder nur so befriedigt werden können,dass dieselbe Anstrengung, welche einen gegenwärtigen Bedarfbefriedigen soll, dazu führen muss, dass sofort auch ein erst nochbevorstehender Bedarf schon gedeckt ist. Man kann eben nichtz. B. an einem Tage zur Befriedigung eines Tagesbedarfes !/ 3 65 der-jenigen Autrenguug auf bieten, welche erforderlich ist, um ein Tierzu erjagen, dessen Pelz ein Jahr laug „aushält“. Neben dem fiir