den laufenden Bedarf des Tages quantitativ überschüssigen Getreide-haufen tritt also ein Gut sozusagen von qualitativ überschüssiger"Wirkungskraft auf, das uns den Ausdruck zulässig erscheinen lässt,dass man ihm 365 mal eine Tagesportion Kleidungsmittel entneh-men kann. Und warum sollte der, welcher die Bedürfnisse derZukunft im Voraus erwägt, nicht zu Anstrengungen bereit sein,deren Früchte nur der Zukunft dienen können, während der Gegen-wart nur die Mühen und die Opfer zufallen? Er weiß, dass sicheben doch alle die Arbeiten lohnen, durch welche man sich dieeiner längeren Zeit bedürfenden natürlichen Bildungsprozesse in derTier- und Pflanzenwelt ausschließlich dienstbar machen kann, indemman schon die Fortpflanzung der Tiere beherrscht und auch diezum Genuss reife Frucht für die Keimung opfert. Schließlichwird selbst was in der Zukunft thatsächlich nur etwas Even-tuelles ist und nur für einen Teil der Menschen eintretenkann, weil es eben doch in der Gegenwart als Hoffnung einesmöglichen Gewinnes, als Sorge vor einem möglichen Schadenjeden Einzelnen beeinflusst, zu einer in dem laufenden Gange derVolkswirtschaft weithin wirksamen Macht.
So geschieht es in der That mit Recht, dass wenn wir von demWirtschaften der einzelnen Menschen reden, sich auch sofort jenesvorsorgliche Element in der planmäßigen Thätigkeit derselbenunserer Vorstellung aufdrängt, und dass wir in der Beurteilung derverschiedenen wirtschaftlichen Lage des „Wohlhabenden“ und des„Dürftigen“ keineswegs blos an den Umfang des laufenden Ver-brauches, sondern auch an den Unterschied in der Sicherung ihrerzukünftigen Existenz denken.
Wie sehr erweitern und vertiefen sich aber diese Verhältnisse,wenn wir uns. anstatt der Einzelnen die Lebensgemeinschaften derMenschen vergegenwärtigen!
Was zunächst durch die Familien-Gemeinschaft der Menschenhinzugebracht wird, ist um so höher anzuschlagen, als nicht dasmenschliche Individuum, sondern die Haushaltung der Familie dieelementare Einheit in dem menschlichen Wirtschaftsleben bildet.Die Erhaltung des Geschlechtes durch Zeugung einer neuen Gene-ration führt nur im Leben der Menschen zur Bildung der „Familie“,