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Das Geld : Darlegung der Grundlehren von dem Gelde, insbesondere der wirtschaftlichen und der rechtsgiltigen Functionen des Geldes, mit einer Erörterung über das Kapital und die Übertragung der Nutzungen / von Karl Knies
Entstehung
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gleichfalls, dass der laufende Betrag eines Bohneinkommens, welchervon dem Arbeiter für den laufenden Bedarf allein ganz verbrauchtwerden muss, ein effektiv unzulänglicher ist, dessen notwendige Er-gänzung, soweit sie nicht durch die Verkümmerung und den Unter-gang des Empfängers gestrichen wird, gegen die Rechtsordnungdurch Bettel und Diebstahl, innerhalb derselben durch Almosen undkirchliche, gemeindliche oder staatlicheFürsorge nachträglich be-schafft wird.

DieEntstehung des Kapitales durch Ersparnis haben wirhier nur deshalb in Betracht gezogen, um zu zeigen, dass der Vor-weis derselben ein Vorweis für die Entstehung des Gütervorrates (nichtdes Produktionsmittel») ist. Indem wir sie hiernach auf sich beruhenlassen, werden wir es als selbstverständlich bezeichnen dürfen, dassfür jede menschliche Wirtschaftsführung in dem Bestände der zurBefriedigung ihres zukünftigen Bedarfes verwendbaren und dienendenGüter (gegenüber den für ihren präsent laufenden Verbrauch er-forderlichen Gütern) zweifellos eine ihr gesamtes Behaben beein-flussende Bedingung gegeben ist, und dass sio von vielen Seitenher und immer wieder veranlasst ist, die an sich verschiedenartigen,aber jenem Zwecke gemeinsam dienenden Güter einheitlich zusammen-zufassen. Wie mir scheint, ist es eben diesem Umstande zum Teilzuzuschreiben, dass nach der einen Seite hin das Zusammenlegender Gebrauchsvorräte und der Erwerbsprodukte (MCulloch,Roscher u. A.), und nach der andern Seite hin das Zusammen-legen vonErwerbs-Gütern undNutz-Giitern, beziehungsweiseder Grundstücke und der Produkte als Kapitale (Hermann) w r ennauch jedes bei einer andern Gruppe von Schriftstellern, neben ein-ander Zustimmung gefunden haben.

Würde man nun urteilen, dass sich der Wirtschaftswissenschaftzur Bezeichnung jenes eigentümlichen und so sehr wichtigen Gegen-standes der vielumworbene Terminus: Kapital empfohlen erweise,so wäre es eine selbstverständliche Folgerung, dass dann die Unter-scheidung zwischen Produktionsmitteln und Genussmitteln, bezie-hungsweise jede Betonung der Verwendung eines Gutes zur Pro-duktion anstatt zur Konsumtion, aus der allgemeinen Begriffs-bestimmung des beide Arten von Gütern umschließenden Kapitales