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Das Geld : Darlegung der Grundlehren von dem Gelde, insbesondere der wirtschaftlichen und der rechtsgiltigen Functionen des Geldes, mit einer Erörterung über das Kapital und die Übertragung der Nutzungen / von Karl Knies
Entstehung
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ferngehalten werde. So müssen ja auch auf der entgegenstellendenSeite Schriftsteller, welche das Wesen des Kapitales in die Pro-duktionsmittelnatur verlegen, dem Merkmal des Vorrates, des Über-schusses, auch nachdem sie selbst seine Wichtigkeit besprochenhaben, jede für den Kapitalbegriff entscheidende Bedeutung doch wie-der aberkennen. Wohl führt z. B. Dietzel (System der Staats-An-leihen S. 43 ff.) auch aus, dassdas Kapital entsteht, indem dieVolkswirtschaft mehr produziert als konsumiert, d. h. indem sieaußer den für das herkömmliche und als notwendig anerkannteBedürfnis erforderlichen Befriedigungsmitteln noch andere Güter her-vorbringt er setzt aber dann doch hinzuwelche Güter derGegenstand einer vermehrten Arbeitsthätigkcit, zur Herstellung neuerGüter werden können und sollen. Die Aufbewahrungwiderstrebt daher dem eigentlichen Charakter des Kapitales. WennRoscher an der einen Stelle erklärt:Das Kapital ist Resultat derVergangenheit, um der Zukunft willen dem gegenwärtigen Genüssedes Besitzers entzogen, so mahnt er uns damit selbst daran, seinerDefinition (§ 42)Kapital nennen wir jedes Produkt, das zu fernererProduktion aufgespart wird die Frage entgegen zu halten:warum nicht auch jedes Produkt, das zufernerer (späterer) Kon-sumtion aufgespart wird? Obwohl er sogar als einzigen Fehlerder Smithsehen Analyse des Kapitales tadelt (§ 42 n. 1), dassSmithdasjenige, was die Deutschen Gebrauchskapital nennen,als stock for immediate consumption dem Capital entgegensetzt, er-läutert er dann doch (in § 43):Nach dem Zwecke ihrer Verwen-dung können die Kapitalien in solche geteilt werden, die bei derProduktion sachlicher Güter (Produktivkapitalien), und solche, diebei der Produktion persönlicher Güter oder nützlicher Verhältnisse(Gebrauchskapitalien) einwirken womit die spezifische Legiti-mierung aller Kapitalien alsProduktionsmittel wieder vollzogenwird. Wenn wir dagegen das entscheidende Merkmal an jener Be-ziehung zwischen einer vorhandenen Gütermenge und dem Gebrauchderselben für den Bedarf in zukünftiger Zeit gewinnen, so ist dievolle Ebenbürtigkeit der Genussmittel zur Seite der Produktions-mittel innerhalb des Besitzvorrates nicht in Frage gestellt, und andiesem Ergebnis wäre um so weniger Anstoß zu nehmen, als ja