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Es ist leicht zu erkennen, weshalb die geschichtliche Erschei-nung des wirtschaftlichen Lebens d.er Menschen in diesen und jenenStaaten, zu diesen und jenen Zeiten, ein so dankbares Feld abgiebtsowohl für die Darlegung des Allgemeinen und Bleibenden in derErscheinung der menschlichen Dinge, als für die Bethätigung künst-lerischer Individualisierung. Es waltet hier eine Verursachung, dereneinzelne Faktoren Dem einen gleichzeitigen Spielraum gewähren, waswir mit gegensätzlichen Worten wie Freiheit und Notwendigkeit,Beharren uud Flucht der Dinge, konstante und variable Triebkräftezu bezeichnen pflegen. Gegenüber der Wirkungssphäre der sach-lichen Natur der Dinge, inmitten einer unterschiedsvollen, gebietendenund doch auch beherrschbaren Außenwelt treten die Menschen mitihrem notwendigen und ihrem freien Bedarf, ihrem Müssen undihrem Können, ihren Naturanlagen uud ihrer Bildungsfähigkeit auf;Bedürfnisse und Leistungen, dauernde und wandelbare Gebilde dervergesellschafteten Gemeinschaft müssen sich zurechtsetzen mit dengesetzlichen Ordnungen für das politische Gesamtleben des Volkesund den Machtgeboten der Staatsgewalt. Eben dies erinnert unsdann daran, wie es die Eigentümlichkeit organischer Lebensvorgängeist, dass sie den einseitigen, abgeschlossenen Gegensatz von Ur-sachen und Wirkungen nicht kennen; dass hier die Ursache aucheine Wirkung voraufgegangener Ursachen, die Wirkung auch eineUrsache kommender Wirkungen ist. Ein staatliches Gesetz überFreizügigkeit, Gewerbefreiheit, Koalitionsrecht u. s. w. kann Erwä-gungen erregen, wie sie der Anblick eines Januskopfes weckt: demrückwärts schauenden Auge mag es als ein „unvermeidliches Er-