Man hat oft von einer „magischen. Anziehungskraft“ der Gold-und Silber-Stücke gesprochen, weil der Blick auf sie etwa den Geiz-hals Hunger und Frost ertragen lässt, die zitternde Hand des Ver-brechers stählt und die Gewissensmahnungen in dem Spieler ein-schläfert. Ein englischer Minister hat öffentlich seine Überzeugungausgesprochen, dass das Geld mehr Leute verrückt gemacht habe,als die Liebe. Während gewöhnlich ein besonderer Geldteufel unterdenen aufgeführt wird, welche von dem Herzen böser MenschenBesitz ergriffen haben, ist wie schon früher auch in neuester Zeitwiederholt dem Gelde selbst das Kains-Zeichen aufgedrückt worden,da sein Dasein es verschulde, dass der reiche Bruder den armenwürge und vampyrartig aussauge.
Derartige Meinungen und Urteile werden für den unbefangenenForscher gewiss nur die Bedeutung von Anzeichen haben, dass ersich einem für das Wirtschaftsleben der Menschen hochbedeutsamenGegenstände zuwendet, wenn er die „Natur des Geldes“ genauerklarstellen will und die Wirkungen der Einführung und Verbreitungseines Gebrauches zu ermitteln sucht- Aber wie Mancher, der hier-auf sein aufmerksames Beobachten und nachdenkliches Sinnen ge-richtet hatte, mag daun auch Etwas von jener „magischen“ Wir-kung verspürt haben, indem sich ein wie es anfangs schien ganzeinfacher und festumgrenzter Gegenstand allmählich zu einem kaumnoch einzurahmenden Bezirke voll komplizierter Fragen umwandelte!Und jedenfalls sind gerade auch in unserer Zeit wieder ganz be-sondere Anregungen zu erneuten und erweiterten Erörterungen in