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Das Geld : Darlegung der Grundlehren von dem Gelde, insbesondere der wirtschaftlichen und der rechtsgiltigen Functionen des Geldes, mit einer Erörterung über das Kapital und die Übertragung der Nutzungen / von Karl Knies
Entstehung
Seite
238
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Dio vielen besonderen Eigenschaften, auf Grund deren die edlenMetalle, wenn sie zu Geldesdiensten gebraucht werden, diese in sovorzüglicher Weise zu leisten vermögen, haben natürlich nicht ver-hindern können, dass man die Frage aufwarf, ob man ihrer dennauch jedenfalls zur Leistung von Geldesdiensten bedürfe. Und wieviel mal ist dies erwogen und dann behauptet worden, dass dieheutige Volkswirtschaft ohne dieses Geld auskommen könne undsolle!

Der hier fragliche Streitgegenstand ist selbstverständlich vonimmenser Bedeutung. Zwar von dem, was einmal seit Tausendenvon Jahren an Arbeitsmühen und Kapitalverwendungen daran ge-setzt worden ist, um die jetzt vorhandene Motallmasse für Geldes-diensto zu erlangen, wäre nichts zurückzugewinnen, und die Ein-buße der betreffenden Sonderwirtschaften nach dem Maße der ihnenals Wertäquivalente zugekommenen Geldbestände nicht zu bezwei-feln. Aber von jetzt an würde denn doch nur noch der Bedarfnach jenem anderweitigen Gebrauch der edlen Metalle für Schmucku. dgl. zu befriedigen sein und der Volkswirtschaft die fernere Aus-gabe zur Beschaffung des hergebrachten Verkehrsinstrumenteserspart werden.

Dieser Aufwand aber ist sehr bedeutend. Wohl sind insbe-sondere auch in neuester Zeit wieder die Produktionskosten desSilbers und in noch stärkerem Verhältnis die des Goldes erheblichvermindert worden, und es muss eine weitere Verringerung als nichtunwahrscheinlich angesehen werden. So nachdrücklich indessendiese Thatsache für einen später zu besprechenden Gegenstand sich