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Das Geld : Darlegung der Grundlehren von dem Gelde, insbesondere der wirtschaftlichen und der rechtsgiltigen Functionen des Geldes, mit einer Erörterung über das Kapital und die Übertragung der Nutzungen / von Karl Knies
Entstehung
Seite
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Wir hatten bisher bei der näheren Betrachtung des Geldes alsdes allgemeinen Wertmaßes, Tauschmittels und Zahlungsmittels je-weils von der Darlegung eines allgemeinen, andauernden und dring-lichen Bedürfnisses, welches durch Geldgebrauch Befriedigung findet,auszugehen. Bei fortgesetzter Umschau zeigen sich uns noch weiterefiir sich zu betrachtende Bedürfnisse, welchen durch das Geld alsdenallgemeinen Wertträger durch die Zeit (Geldgebrauchfiir Wertaufbewahrung) und durch den Raum (Geldge-brauch fiir Werttransport) Genüge geleistet wird. Diese bei-den letzteren Funktionen des Geldes sind viel weniger fiir die großeMasse der Wirtschafter unmittelbar augenfällig, und das eigentüm-liche Wesen des Geldgebrauches fiir AVerttransport scheint selbst infachkundigen Kreisen nur sehr allmählich anerkannt zu werden.

F.s bedarf keiner besonderen Bemerkungen über den Unterschiedzwischen der Funktion des allgemeinen Wertmaßes und Preismaßstabesund den hier fraglichen Funktionen des Geldes für Wertaufbewahrungdurch die Zeit und AVerttransport durch den Raum. Dagegen be-weist die Erfahrung, wie nahe es gelegt ist, die letzteren Funktionenzunächst mit der des Tauschmittels, sodann auch mit der desZahlungsmittels zu verwechseln oder zusammenfallen zu lassen.AYir werden für einen wichtigen Teil der hier vorgewiesenen Unter-schiede noch einen weiteren Rückhalt gelegentlich der späteren Be-sprechung des gesetzlichen Geldes, des Geldes im juristischen Sinne,gewinnen können.

Es ist ein allgemein verbreitetes und andauerndes Bedürfnismenschlicher AA'irtschaftsführung. dass neben der Befriedigung des